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Deutschland / Welt Neuankömmlinge in Deutschland sehen Politiker positiver
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Neuankömmlinge in Deutschland sehen Politiker positiver
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14:36 10.04.2019
Neuankömmlinge sehen die deutsche Politik oft sehr positiv. Doch das bleibt nicht so. Quelle: Patrick Pleul/dpa
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Berlin

In politischen Fragen trauen Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund sich weniger zu. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) und des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM), die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Gleichzeitig ist die Ernüchterung über die Politik groß - bei Neuankömmlingen allerdings weniger als bei Menschen, die schon länger in Deutschland leben.

Ungefähr ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland hat einen Migrationshintergrund, ist also selbst im Ausland geboren oder hat mindestens einen Elternteil, der zugewandert ist.

Zu wenig Vertrauen

Männer sowohl ohne Migrationshintergrund (85,1 Prozent) als auch mit (81,1 Prozent) können nach eigenen Angaben wichtige politische Fragen gut verstehen und einschätzen. Bei den Frauen sowohl ohne (76,3 Prozent) als auch mit Migrationshintergrund (67,4 Prozent) sind es deutlich weniger. Eine noch größere Lücke klafft bei der Frage, ob man sich die aktive Beteiligung an einem Gespräch über politische Fragen in Deutschland zutraut. Am häufigsten tun das Männer ohne Migrationshintergrund (73,1 Prozent), am seltensten Frauen mit Migrationshintergrund (42,6 Prozent).

„Die Ergebnisse zeigen, dass die grundsätzliche Bereitschaft und Fähigkeit der Bevölkerung, sich an politischen Fragen zu beteiligen, da ist“, erklärte Cornelia Schu vom SVR. „Allerdings sind offenbar viele Menschen der Meinung, dass die Politik die Anliegen der Bevölkerung nicht ausreichend wahrnimmt. Eine Mehrheit der Bevölkerung wirft den Regierenden und ihren Parteien vor, nur die Interessen einiger weniger zu vertreten statt die aller – zum Beispiel die der ,einfachen Leute’.“

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Experte vermutet „Honeymoon-Effekt“

Die deutliche Mehrheit habe den Eindruck, „dass die Volksvertreterinnen und Volksvertreter sich nicht für die Belange der Gesamtbevölkerung interessieren“, sagte auch Jan Schneider vom SVR. Knapp drei Viertel der Befragten glaubten nicht, dass Politiker sich darum kümmern, was einfache Leute denken.

Bei Menschen mit ausländischen Wurzeln waren es rund 10 Prozent weniger. Diese Gruppe glaubt auch eher, dass Politiker sich um einen engen Kontakt zur Bevölkerung bemühen. „Neuzugewanderte hegen größeres Vertrauen in die deutschen Politiker“, bilanzierte Schneider. Mehr als die Hälfte der Befragten, die noch nicht länger als 10 Jahre hier lebten, glaube, dass die Politiker sich um „einfache Leute“ kümmerten.

Schneider hält es für möglich, dass dahinter der „Honeymoon-Effekt“ (Flitterwochen-Effekt) steckt, dass insbesondere Menschen, die noch nicht so lange in Deutschland leben, mit großen Hoffnungen gekommen sind und zunächst positiver auf die Bundesrepublik schauen. Diese These können die Forscher mit ihren Daten allerdings nicht belegen, weil dazu längerfristige Untersuchungen notwendig wären.

Von RND/dpa

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