Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Deutschland / Welt Norwegische Fregatte wurde vor Kollision mehrfach gewarnt
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Norwegische Fregatte wurde vor Kollision mehrfach gewarnt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:29 11.11.2018
Die norwegische Fregatte "KNM Helge Ingstad" liegt nach einer Kollision mit dem Tanker "Sola TS" im Wasser.
Die norwegische Fregatte "KNM Helge Ingstad" liegt nach einer Kollision mit dem Tanker "Sola TS" im Wasser. Quelle: Hommedal, Marit/NTB scanpix/dpa
Anzeige
Oslo

Die norwegische Fregatte, die am Donnerstag mit einem Tankschiff kollidierte, ist über Funk mehrfach vor einem Zusammenstoß gewarnt worden. Das beweist eine Aufnahme des Funkkontakts, den die Zeitung „Verdens Gang“ am Samstagabend veröffentlichte. Demzufolge forderte das Tankschiff „Sola TS“ das Kriegsschiff viermal auf, steuerbord beizudrehen.

Der Steuermann des Tankschiffs hatte drei Minuten vor dem Crash bei der Seeverkehrszentrale „Fedje VTS“ nachgefragt, um welches Schiff es sich handelt, das direkt auf sie zukommt. „Fedje VTS“ hatte zunächst keine Informationen und vermutete, dass es sich um das Kriegsschiff „Helge Ingstad“ handelt, das vor einer Weile von Norden in den Fjord gefahren war.

Die „Sola TS“ funkte die Fregatte an und forderte sie auf, sofort steuerbord beizudrehen. Die Antwort war: „Dann kommen wir den Blöcken zu nahe.“ Es ist unklar, was damit gemeint war. Danach appellierte das Tankschiff auf Norwegisch weitere dreimal: „Helge Ingstad, du musst was unternehmen, du kommst jetzt sehr nah.“ „Helge Ingstad! Dreh! Wir werden kollidieren.“ 15 Sekunden später meldete das Tankschiff: „Das kann ein Kriegsschiff sein. Ich habe es getroffen.“

137 Soldaten an Bord mussten evakuiert werden

Die Fregatte wurde stark beschädigt und die 137 Soldaten an Bord mussten evakuiert werden. Acht wurden leicht verletzt. Das Schiff liegt seitdem in einer Bucht nahe dem Ölterminal Sture in Øygarden. Die Bergung erweist sich als schwierig, weil der Untergrund abschüssig ist und das mit Wasser vollgelaufene Boot nicht aufgerichtet werden kann.

Das Militär wollte die Funkaufnahmen nicht kommentieren. Die Polizei und die Staatliche Havariekommission haben die Ermittlungen zur Unglücksursache übernommen. Die Fregatte war auf dem Rückweg von der Militär-Übung „Trident Juncture“. Nach Angaben der Nato trainierte die Mannschaft auf der Brücke Navigieren.

Von RND/dpa