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Deutschland / Welt Kim bezeichnet erstes Gespräch mit Putin als „inhaltsvoll“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Kim bezeichnet erstes Gespräch mit Putin als „inhaltsvoll“
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17:48 25.04.2019
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un (l.) und der russische Präsident Wladimir Putin. Quelle: Alexei Nikolsky/Imago
Wladiwostok

Der russische Präsident Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sind am Donnerstag in der Hafenstadt Wladiwostok zu ihrem ersten Gipfel zusammengetroffen. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un und der russische Präsident Wladimir Putin haben ihr erstes langes Vier-Augen-Gespräch als „inhaltsvoll“ bezeichnet.

Dabei sei es auch um die Situation auf der koreanischen Halbinsel gegangen, die zu den größten internationalen Problemen gehöre, sagte Kim am Donnerstag in Wladiwostok.

Putin sagte, beide Seiten hätten auch darüber gesprochen, wie die Lage verbessert werden könne. Die beiden äußerten sich nach einem mehr als einstündigen Gespräch, wie das russische Fernsehen zeigte. Details wurden nicht bekannt.

Zum ersten Mal treffen der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un und Russlands Präsident Wladimir Putin zu einem Einzelgespräch zusammen. Am Mittwochmorgen kam Kim in Wladiwostok an. Bilder seines Aufenthaltes in Russland.

„Wir konnten über die Geschichte unserer Beziehungen und über das Heute sowie die Entwicklung des bilateralen Verhältnisses sprechen“, sagte Putin. Vorab hatten er und Kim erklärt, auch über das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm zu sprechen. Russland ist als Nachbarland Nordkoreas an einer atomaren Abrüstung dort interessiert. Moskau setzt sich dafür ein, dass für Schritte bei der atomaren Abrüstung die Sanktionen gegen Pjöngjang gelockert werden.

Im Anschluss sollen die Delegationen beider Länder zusammenkommen. Nach offiziellen russischen Angaben war aber zunächst nicht geplant, dass die Seiten irgendwelche Vereinbarungen unterzeichnen oder eine gemeinsame Gipfelerklärung abgeben. Russische Kommentatoren hatten das Ereignis auch als Imagekampagne für Kim und Putin bezeichnet.

Gipfeltreffen mit US-Präsident Trump scheiterte

Russland ist wie die USA an einer nuklearen Abrüstung des Nachbarlandes interessiert. Zugleich setzt sich Moskau im Gegenzug für ein Entgegenkommen beim Atomprogramm für eine Lockerung der Sanktionen gegen Pjöngjang ein. Kim dürfte bei seinem ersten Besuch der Atommacht Russland Sicherheitsgarantien einfordern, sollte er sich auf Abrüstungsschritte einlassen.

Vor gut zwei Monaten war ein Gipfeltreffen Kims mit US-Präsident Donald Trump in Vietnam vorzeitig abgebrochen worden. Beide konnten sich nicht auf zentrale Fragen der atomaren Abrüstung Nordkoreas einigen. Erst kürzlich hatte Trump einen weiteren Gipfel für möglich erklärt.

Die jüngsten Verhandlungen zwischen Nordkorea und den USA scheiterten. Quelle: Evan Vucci/AP/dpa

Vor einer Woche hatte der für Nordkorea zuständige US-Sondergesandte Stephen Biegun Moskau besucht. Beide Seiten hätten ihr Ziel einer vollständigen und kontrollierbaren Denuklearisierung Nordkoreas bekräftigt, teilte die US-Botschaft danach mit.

Machthaber Kim hatte mit seinem gepanzerten Sonderzug am Mittwoch die Grenze zwischen Nordkorea und Russland überquert. Stunden später war er in der Hafenstadt Wladiwostok im äußersten Osten Russlands angekommen. Er hatte angekündigt, dass dies nicht sein letzter Besuch sein solle. „Das ist nur der erste Schritt.“ Nach einem Empfang mit militärischen Ehren zog sich der 35-Jährige zurück.

Russland hatte Kim bereits im Mai vergangenen Jahres eingeladen. Zuletzt war es im Jahr 2011 zu einem Gipfel zwischen den Staatsoberhäuptern Russlands und Nordkoreas gekommen. Der mittlerweile gestorbene Kim Jong Il - der Vater des jetzigen Machthabers - hatte sich seinerzeit mit dem damaligen Kremlchef Dmitri Medwedew getroffen.

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Von RND/dpa