Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Deutschland / Welt Oertel tritt von Pegida-Funktionen zurück
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Oertel tritt von Pegida-Funktionen zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:45 28.01.2015
Zurückgetreten: Kathrin Oertel. Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

Schwere Führungskrise bei Pegida: Die Sprecherin der islamfeindlichen Bewegung, Kathrin Oertel, und vier weitere Mitglieder des Organisationsteams haben ihre Ämter niedergelegt. Das bestätigte das Bündnis am Mittwoch auf seiner Internetseite. Zuerst hatte das Magazin „Stern“ darüber berichtet. „Kathrin hat vorerst ihr Amt als Pressesprecherin niedergelegt“, teilte Pegida mit und sprach von einer „Auszeit“ wegen massiver Anfeindungen, Drohungen und beruflicher Nachteile. Weiter hieß es, der frühere CDU-Stadtrat von Meißen, Thomas Tallacker, habe in letzter Zeit wegen der Presseberichterstattung berufliche Nachteile gehabt. In einer Sondersitzung soll in den nächsten Tagen ein neuer Vorstand gewählt werden.

Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann sagte der „Süddeutschen Zeitung“, Oertel sei zurückgetreten, weil sie aus Antifa-Kreisen massiv bedroht worden sei. Weder Oertel noch er stünden künftig für Vorstandsposten zur Verfügung. Nach heftiger Kritik an Facebook-Fotos in Hitler-Pose war Bachmann erst vor rund einer Woche von seinen Funktionen zurückgetreten.

Anzeige

Auch der Wirtschaftsberater Bernd-Volker Lincke trat aus dem Führungskreis zurück. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich kann und will mich mit den Äußerungen von Lutz Bachmann nicht identifizieren.“ Nach seinen Worten steigen auch AfD-Mitglied Achim Exner und Vereinsvize René Jahn aus. Tallacker sagte auf dpa-Anfrage, er wolle sich vor Donnerstag nicht äußern. Nach Berichten mehrerer Medien wurde bei einer Sitzung des Vereinsvorstands am Dienstagabend über die Rolle Bachmanns diskutiert. Er wolle sich entgegen seiner Ankündigungen offenbar doch nicht ganz aus der Bewegung zurückziehen.

mic/dpa

Mehr zum Thema

Ist Deutschland ein gefährliches Reiseland? Was für Einheimische wie ein schlechter Scherz klingt, wird in den USA derzeit offenbar ernsthaft diskutiert. In einer aktuellen Sicherheitsmeldung warnt eine Abteilung des Außenministeriums US-Bürger vor den Zuständen, die wegen der Pegida-Demos in Deutschland herrschen.

28.01.2015

Die Grünen haben einen Rechtswissenschaftler der Leibniz Universität beauftragt, die Hagida-freundlichen Thesen von CDU-Ratsherr Kurt Fischer unter die Lupe zu nehmen. Fischer hatte im Vorfeld der ersten Hagida-Demonstration ein Papier verschickt, in dem er die Ziele der Islamkritiker gutheißt.

Andreas Schinkel 28.01.2015

Zwist in den Reihen der Hagida: Auch zur zweiten Veranstaltung waren zahlreiche Angehörige rechtsradikaler Gruppen gekommen. Andere Kundgebungsteilnehmer reagierten mit „Nazis raus“-Rufen, auch die Organisatoren distanzierten sich nachträglich von den Neonazis. Demnächst sollen eigene Ordner härter durchgreifen.

Tobias Morchner 28.01.2015