Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Deutschland / Welt Online-Shopping: Umweltministerium will Gesetz gegen massenhafte Vernichtung von Retour-Ware
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Online-Shopping: Umweltministerium will Gesetz gegen massenhafte Vernichtung von Retour-Ware
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:55 11.06.2019
Umweltministerin Schulze will nun mit einem Gesetz gegen massenhafte Vernichtung von Retour-Ware bei Online-Versandhäusern vorgehen. Quelle: Arno Burgi/dpa
Berlin

Das Bundesumweltministerium will per Gesetz die Vernichtung zurückgegebener Neuwaren etwa durch Online-Händler einschränken. Das Ministerium bereite derzeit einen gesetzlichen Rahmen vor, der die Vernichtung von Neuware reglementieren solle, teilte ein Sprecher von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) am Dienstag mit. Es solle eine „Obhutspflicht“ verankert werden mit dem Ziel, rechtlich gegen die „unmittelbare Vernichtung von Retouren oder sonstiger Neuwaren vorgehen zu können“. Der Entwurf zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes werde „zeitnah“ veröffentlicht.

Am Wochenende hatten die Grünen gefordert, Online-Versandhändlern wie Amazon oder Otto zu verbieten, zurückgeschickte neuwertige Waren zu vernichten. Sie schlugen vor, Produkte, die nicht mehr in den Verkauf könnten, zu verschenken, etwa über Sozialkaufhäuser. Wissenschaftler der Universität Bamberg haben ermittelt, dass die Bundesbürger bei Bestellungen im Internet jedes sechste Paket wieder zurückschicken. Im vergangenen Jahr sind das demnach 280 Millionen Pakete und 487 Millionen Artikel gewesen. Bei Kleidung und Schuhen geht sogar fast die Hälfte der Pakete zurück an den Absender. Nach Erkenntnis der Forscher landen rund vier Prozent der Artikel im Müll.

„Keiner hat Interesse, wirtschaftlich verwertbare Ware wegzuwerfen“

Das Umweltministerium teilte mit, auch eine Umsatzsteuerbefreiung von Sachspenden werde geprüft. Am 18. Juni sei eine Konferenz von Umwelt- und Verbraucherschutzministerium zu „Herausforderungen des Onlinehandels für Umwelt- und Verbraucherschutz“ geplant. Dabei werden der Versandhandel auch zur Retourwarenvernichtung Stellung nehmen müssen, es gebe dazu einen Workshop.

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) teilte mit, die Forderung der Grünen verkenne die operative Praxis und die rechtliche Lage der Händler - sie sei „Unfug“. „Kein Unternehmen meiner Branche hat ein Interesse, wirtschaftlich sinnvoll verwertbare Ware wegzuwerfen oder zu vernichten“, sagte BEVH-Präsident Gero Furchheim.

Lesen Sie auch: Retouren in der Müllverbrennung: Wer wirklich Schuld ist am Amazon-Irrsinn

Von dpa/RND

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Iran-Krise führt den Europäern ihre außenpolitische Schwäche vor Augen. Das aber sollte ihnen Ansporn sein, an einer gemeinsamen, eigenständigen Weltpolitik zu arbeiten, kommentiert Marina Kormbaki.

11.06.2019

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat Ärger in den eigenen Reihen – wegen seiner Forderung nach einem Ende der Sanktionen gegen Russland. Prompt meldet sich die AfD zu Wort und macht ein vergiftetes Angebot.

11.06.2019

Thyssen-Krupp wollte sich mit dem indischen Stahlkonzern Tata Steel zusammentun. Doch die EU-Kommission hat die Fusion verboten. Nun liegen die Gründe vor.

11.06.2019