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Deutschland / Welt Pakistan boykottiert Afghanistan-Konferenz in Bonn
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Pakistan boykottiert Afghanistan-Konferenz in Bonn
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12:55 29.11.2011
Aus Protest gegen den Nato-Luftangriff auf pakistanische Militärposten will Pakistan die Afghanistan-Konferenz in Bonn boykottieren. Quelle: dpa
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Islamabad

Das berichtete die Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. Die Informationen stammen demnach aus dem Büro des Premierministers in Islamabad. Eine entsprechende Erklärung werde demnächst veröffentlicht. Das US-Zentralkommando Centcom kündigte unterdessen eine eigene Untersuchung des Zwischenfalls an, bei dem am Samstag nach pakistanischen Angaben 24 Soldaten getötet worden waren.

Die Absage Pakistan gilt als schwerer Rückschlag für die Bemühungen, den Konflikt im Nachbarland Afghanistan langfristig zu beenden. Ohne die Unterstützung Pakistans gilt es als extrem schwierig, Frieden und Stabilität am Hindukusch zu erreichen. Ursprünglich wollte Außenministerin Hina Rabbani Khar die pakistanische Delegation in Bonn anführen. Dort will die internationale Gemeinschaft über die Zukunft des Landes nach dem Abzug der Nato-Kampftruppen Ende 2014 beraten. Das pakistanische Kabinett befasste sich am Dienstag bei einer Sitzung in der Stadt Lahore mit dem Nato-Angriff.

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Das US-Zentralkommando Centcom kündigte an, die Militäraktion unter Leitung eines US-Generals und in Zusammenarbeit mit den zuständigen Nato-Stellen aufzuarbeiten. In einer im Internet veröffentlichten Mitteilung heißt es, der Untersuchungsbericht solle bis zum 23. Dezember vorliegen. Centcom mit Sitz in Florida ist für die Einsätze der US-Streitkräfte in Ostafrika, Nahost sowie in Afghanistan und anderen Ländern der Region Zentralasien zuständig.

Der Nato-Angriff auf die beiden Militärposten im Stammesgebiet Mohmand an der Grenze zu Afghanistan hat die angespannten Beziehungen zwischen Washington und Islamabad weiter massiv belastet. Vor dem Boykott der Bonn-Konferenz hatte die pakistanische Regierung bereits die wichtige Nachschubroute für die Nato-Truppen in Afghanistan durch Pakistan gekappt. Zudem hatte sie die USA aufgefordert, eine Luftwaffenbasis im Südwesten Pakistans zu räumen.

Die pakistanische Armee warf der Nato am Montag zudem vor, die eigenen Sicherheitskräfte vorsätzlich angegriffen zu haben. Nach Angaben von Armeesprecher Athar Abbas war die Nato-geführte Afghanistan-Schutztruppe Isaf über den Standort eines jeden pakistanischen Armeeposten informiert. Bei dem Angriff habe es sich daher nicht um ein Missverständnis gehandelt.

dpa/sag

Dieser Artikel wurde aktualisiert.