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Deutschland / Welt Einmal Gemüse, bitte!
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14:02 11.08.2013
Bereits Anhänger der Jungen Liberalen protestierten vergangene Woche vor der Parteizentrale von Bündnis 90/ Die Grünen in Berlin gegen den Vorschlag zur Einführung eines "Veggie-Day". Quelle: dpa
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Berlin

Die Grünen finden mit ihrem Vorschlag eines vegetarischen Tages in Kantinen wenig Unterstützung. Auch SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück steht dem Vorschlag ablehnend gegenüber. „Die Deutschen sollen selber entscheiden, was sie essen wollen“, sagte Steinbrück dem Nachrichtenmagazin „Focus“ zu dem von den Grünen vorgeschlagenen sogenannten Veggie Day. „Ich entscheide das jedenfalls nicht.“ Stattdessen sollten die Schulen auf eine gesunde Ernährung achten und darüber Aufklärung anbieten. Zur gesamten Diskussion meinte er: „Als ob wir keine anderen Probleme hätten.“

Die Forderung nach einem vegetarischen Tag in Kantinen stößt auch bei der Mehrheit der Bundesbürger auf Ablehnung. In einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der „Welt am Sonntag“ lehnten 61 Prozent der Befragten einen Veggie Day ab, 36 Prozent sprachen sich dafür aus. In Westdeutschland (62 Prozent nein) ist die Ablehnung größer als in Ostdeutschland (56 Prozent nein), bei Männern (74 Prozent nein) deutlich höher als bei Frauen (49 Prozent nein). Infratest dimap befragte am 6. und 7. August 1000 Bundesbürger.

Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin betonte, ohne die Grünen würde niemand über die klimaschädliche, unsoziale und gesundheitsgefährdende Fleischproduktion reden. „Es schärft das Bewusstsein und erweitert die Speisekarte, wenn wir in öffentlichen Kantinen einen Tag haben, an dem man sich fleischlos ernähren kann“, sagte Trittin der „Welt am Sonntag“. Der Veggie Day sei ein Hinweis, dass es dringend notwendig sei, das Tierarzneigesetz zu ändern. „Nur so können wir den Drogenhandel im Stall unterbinden“, sagte Trittin.

Grünen-Chefin Claudia Roth wies den von Union und FDP geäußerten Vorwurf, die Grünen seien nicht nur beim Fleisch eine Verbotspartei, zurück. „Wir setzen auf Freiwilligkeit, auf Überzeugungskraft“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Der Versuch, uns in eine Bevormundungsecke zu stellen, macht mir keine Angst. Wir wollen nicht, dass der Staat in die Freiheit des Einzelnen eingreift - im Gegenteil.“ Zur Begründung nannte Roth eine Anzahl von Verboten, die ihre Partei aufheben wolle, etwa das Adoptionsverbot für eingetragene homosexuelle Paare.

Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer ging auf Distanz zu dem Vorschlag. Tierschutz- und Vegetarierorganisationen hätten ihn schon oft aufgefordert, seinen Einfluss etwa auf die Schulspeisung geltend zu machen, sagte Palmer dem „Spiegel“. „Ich sage: sehr gern, wenn die Schulen das wollen. Aber ich werde das nicht verordnen.“

dpa

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