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Deutschland / Welt Polizei führt schwarzen Verdächtigen am Strick ab – und muss sich entschuldigen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Polizei führt schwarzen Verdächtigen am Strick ab – und muss sich entschuldigen
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14:03 07.08.2019
Weiße Polizisten führen einen Verdächtigen am Strick durch die Straßen von Galveston. Quelle: twitter
Galveston/Washington

Weiße Polizisten hoch zu Ross, ein schwarzer Mann, der an einem Strick durch die Straßen von Galveston geführt wird: Die Polizei im US-Bundesstaat Texas hat mit diesem Vorgehen nicht nur in den sozialen Medien für riesige Empörung ausgelöst. Die Szenen wurde als rassistisch und als makaberes Echo der Zeit der Sklaverei in den USA kritisiert.

Der Druck war so groß, dass sich die Ordnungshüter zu einer Entschuldigung gezwungen sahen. Auf Facebook erklärte Polizeichef Vernon Hale, die beiden Beamten hätten sich beim Abführen des Verdächtigen nicht optimal verhalten und auf ein Transportfahrzeug warten sollen. Die Polizei bitte den Verdächtigen wegen der „unnötigen Peinlichkeit“ um Entschuldigung.

Die Beamten hätten keine böse Absicht gehabt, schrieb er weiter. Die Praxis, jemanden neben dem Pferd laufend am Strick abzuführen, sei vorerst nicht mehr erlaubt, so Hale. Der abgeführte 43-Jährige war von den Beamten laut Polizei am Samstag wegen Verdachts auf Hausfriedensbruch festgenommen worden. Die Polizisten legten ihm daraufhin Handschellen an, banden einen Strick daran und führten ihn ab.

Zahlreiche Twitter-Nutzer sprachen von Rassismus und klagten, ein weißer Verdächtiger wäre von der Polizei nie derart behandelt worden. Einzelne Nutzer forderten, die Polizisten sollten gefeuert werden. Ein weiterer Twitter-Nutzer erklärte, er hoffe, der Verdächtige werde die Polizei auf Schadenersatz verklagen.

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Von RND/dpa