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Deutschland / Welt Kölner Polizei lässt Verdächtigen frei
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13:30 19.07.2019
Polizisten sperrten Donnerstagabend in der Kölner Innenstadt eine Straße mit einem Absperrband ab. Sie durchsuchte Wohnungen mutmaßlicher Gefährder aus dem islamistischen Umfeld. Quelle: Oliver Berg/dpa
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Köln

Nach den Razzien in Köln und Düren wegen mutmaßlicher Terrorpläne bleiben drei Verdächtige weiter in Polizeigewahrsam – zwei als islamistisch eingestufte Gefährder sowie ein Konvertit aus ihrem Umfeld. Ein Verdächtiger sei dagegen wieder auf freien Fuß gesetzt worden, teilte die Kölner Polizei am Freitag mit.

Polizeigewahrsam ist in Nordrhein-Westfalen nach dem neuen Polizeigesetz mit richterlicher Zustimmung bis zu 14 Tage möglich und kann um 14 weitere Tage verlängert werden.

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Beamte hatten am Donnerstag nach Durchsuchungen in insgesamt sieben Objekten zunächst sechs Männer in Gewahrsam genommen. „Wir hatten aktuell verdeckte Erkenntnisse, dass ein Anschlag unmittelbar bevorstehen könnte“, sagte der Leitende Kölner Kriminaldirektor Klaus-Stephan Becker. Zwei Männer kamen dann wieder auf freien Fuß, später folgte ein weiterer.

Deutsch-libanesischer Konvertit zentrale Figur

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte nach den Durchsuchungen erklärt, es habe „keine Hinweise auf einen konkreten Anschlagsort, keine Hinweise auf eine konkrete Anschlagszeit und keine Hinweise auf eine konkrete Anschlagsart“ gegeben. Die Polizei habe allerdings Hinweise gehabt, dass die in Gewahrsam genommenen Männer „möglicherweise einen Terroranschlag planen könnten“.

Mit den Durchsuchungen sollten weitere Erkenntnisse gewonnen und Beweismittel gefunden werden. Als zentrale Figur gilt der 30-jährige Wael C., ein deutsch-libanesischer Konvertit aus Berlin, der in der dortigen Dschihadisten-Szene bestens vernetzt sein soll. Er wird bereits seit 2013 vom Verfassungsschutz als Gefährder eingestuft und soll in einem abgehörten Telefonat indirekt Anschlagspläne geäußert haben.

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Von RND/dpa