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Deutschland / Welt Ruandische Milizen-Chefs festgenommen
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19:55 17.11.2009
In Haft: Milizenchef Ignace Murwanashyaka. Quelle: AFP
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Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, wirft sie dem 46-jährigen Ignace Murwanashyaka und dem 48-jährigen Straton Musoni Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vor.

Laut Bundesanwaltschaft handelt es sich bei den Männern um die beiden Führungsfunktionäre der Milizenorganisation Demokratische Kräfte für die Befreiung Ruandas (FDLR). Die aus Angehörigen der Volksgruppe der Hutu bestehende Organisation ging aus Mitgliedern der ruandischen Armee und Milizen hervor, von denen einige beschuldigt werden, 1994 in Ruanda an der Ermordung von rund 800. 000 Tutsis und gemäßigten Hutus beteiligt gewesen zu sein. Später war sie am Bürgerkrieg in den an Ruanda angrenzenden Landesteilen der Demokratischen Republik Kongo beteiligt.

Die Milizionäre sollen dort nach Angaben der Bundesanwaltschaft von Januar 2008 bis Juli 2009 mehrere hundert Zivilisten getötet, eine Vielzahl von Frauen vergewaltigt, etliche Dörfer geplündert und zahlreiche Kinder als Soldaten zwangsrekrutiert haben. Die Zivilbevölkerung sollte damit gezwungen werden, die FDLR-Kämpfer zu versorgen und ihnen Schutz vor feindlichen Milizen zu gewähren. Murwanashyaka, dem die Bundesanwaltschaft auch Rädelsführerschaft in einer Terrororganisation vorwirft, ist den Angaben zufolge seit 2001 Präsident der FDLR. Er soll damit zugleich der Oberkommandierende der FDLR-Truppen gewesen sein. Musoni ist demnach seit 2005 FDLR-Vizepräsident.

Der ruandische Justizminister Tharcisse Karugarama begrüßte die Festnahme der beiden Männer, die nach seinen Worten auch an „Völkermordaktionen in Ruanda 1994“ beteiligt waren. Kigali wünsche zwar ihre Auslieferung nach Ruanda, aber auch wenn sie in Deutschland vor Gericht gestellt würden, sei die Hauptsache, dass Gerechtigkeit geschehe, fügte der Minister hinzu.

Enttäuscht äußerte sich Karugarama dagegen über den Freispruch von Protais Zigiranyirazo, den Schwager des 1994 ermordeten ruandischen Präsidenten Juvénal Habyarimana, und den katholischen Priester Hormisdas Nsengimana durch den Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda (ICTR) im tansanischen Arusha. Zigiranyirazo war gegen seine Verurteilung zu 20 Jahren Gefängnis in erster Instanz wegen Völkermords 1994 in Berufung gegangen. Auch Nsengimana, der sich ebenfalls wegen Völkermords verantworten musste, wurde mangels Beweisen freigesprochen.

AFP

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