Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Deutschland / Welt Russland schlägt Vier-Stufen-Plan vor
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Russland schlägt Vier-Stufen-Plan vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:37 12.09.2013
Russland will einen Vier-Stufen-Plan gegen Syriens Chemiewaffen. Quelle: dpa
Anzeige
Moskau

Russland will den USA bei dem Treffen der Außenminister beider Länder in Genf einen Vier-Stufen-Plan zur Vernichtung der Chemiewaffenarsenale in Syrien vorschlagen. Das berichtete die Moskauer Zeitung „Kommersant" unter Berufung auf diplomatische Kreise in Russland. Über das Vorgehen wollen der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege John Kerry von diesem Donnerstag an in der Schweiz verhandeln.

Das Bürgerkriegsland Syrien soll sich nach Informationen der Zeitung in einem ersten Schritt der internationalen Chemiewaffenkonvention anschließen. Die zweite Stufe sei die Offenlegung der Lager und Produktionsstätten. In einem dritten Schritt sollen Inspekteure die Arsenale begutachten. Die vierte Etappe befasse sich mit der Vernichtung der Waffen. Der syrische Außenminister Walid al-Muallim habe der Initiative bei einem Treffen mit Lawrow in Moskau bereits zugestimmt, hieß es. Die syrischen Regimegegner lehnen einen solchen Kompromiss ab.

Anzeige

„Ich bin überzeugt, dass es eine Chance für Frieden in Syrien gibt", sagte Lawrow vor seinem Abflug nach Genf. Den Delegationen Russlands und der USA würden auch Chemiewaffenexperten angehören. Eine Beteiligung des Syrien-Sondergesandten der UN und der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, dessen Büro sich in Genf befindet, an den Gesprächen würde er begrüßen, sagte Lawrow bei einem Besuch in der kasachischen Hauptstadt Astana. Er habe mit Kerry bereits vereinbart, bei dem Treffen auch über die geplante Syrien-Friedenskonferenz zu sprechen, teilte der Außenminister der Agentur Interfax zufolge mit.

Nach Informationen von „Kommersant" müssten sich Lawrow und Kerry bei der geplanten Zerstörung der Waffen verständigen, wie dies umgesetzt werden könne. Möglich sei eine Erneuerung des sogenannten Nunn-Lugar-Programms. Damit könnten Washington und Moskau bei der Vernichtung der Kampfstoffe zusammenarbeiten. Die Finanzierung der Arbeiten sei kein Problem, hieß es.

dpa

Mehr zum Thema

Die Vereinten Nationen schicken ein Chemiewaffen-Expertenteam nach Syrien. Die Mission werde "sobald wie möglich" in das Bürgerkriegsland aufbrechen, teilten die UN am Mittwoch in New York mit.

31.07.2013

Jetzt bekommt Assad auch noch Druck von seinem engsten Verbündeten: Moskau fordert die syrische Führung auf, die Chemiewaffen nicht nur unter internationale Kontrolle zu stellen, sondern auch zu vernichten. Die UN-Vetomacht erhofft sich dadurch doch noch einen US-Militärschlag abzuwenden.

09.09.2013

Eine Rakete mit Giftgas soll in einem Dorf in der syrischen Provinz Aleppo eingeschlagen sein. Das berichteten die syrischen Staatsmedien und die Regimegegner am Dienstag übereinstimmend, wobei sie jeweils der anderen Bürgerkriegspartei die Schuld an dem Angriff gaben.

19.03.2013