Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Deutschland / Welt Russland und Syrien rücken zusammen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Russland und Syrien rücken zusammen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:57 09.09.2013
Russlands Außenminister Sergej Lawrow mit seinem Kollegen Walid al-Muallim aus Syrien bei einem Treffen im Jahr 2008. Quelle: dpa / Archiv
Anzeige
Moskau

Die Außenminister Russlands und Syriens haben bei einem Treffen in Moskau die USA erneut mit Nachdruck vor einem Militärschlag gegen die Führung in Damaskus gewarnt. Ein US-Angriff gefährde auch das Leben russischer Staatsangehöriger in dem Bürgerkriegsland, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag der Agentur Interfax zufolge. "Das beunruhigt uns", sagte der Chefdiplomat im Beisein seines syrischen Kollegen Walid al-Muallim. "Es gibt keine Alternative zu einer friedlichen Lösung des syrischen Konflikts", betonte Lawrow.

Ein militärisches Eingreifen sei unzulässig. Russland lehnt eine eigene Beteiligung an dem Krieg ab, unterstützt das Regime von Baschar al-Assad aber mit Waffen. Es gebe "mehr als ausreichend" Beweise, dass syrische Rebellen und nicht Regierungstruppen für den angeblichen Chemiewaffeneinsatz im August verantwortlich seien, behauptete Lawrow.

Anzeige

Als Beispiel nannte er Berichte von Augenzeugen sowie Videoaufzeichnungen. Russland werde sich auf keinen "Kuhhandel" mit den USA einlassen. "Wir treten weiter konsequent für eine Friedenskonferenz ein", sagte Lawrow. Syriens Außenminister Walid al-Muallim bekräftigte die Bereitschaft zur Teilnahme an der geplanten Genfer Friedenskonferenz zur Lösung der Krise. "Es ist aber möglich, dass eine Rakete fliegt und diese Konferenz platzt", sagte er.

Der Vorsitzende der Staatsduma in Moskau, Sergej Naryschkin, kündigte für die nächsten Tage einen Beschluss des russischen Parlaments zu Syrien an. "Wir bedauern sehr, dass die US-Kollegen unser Dialogangebot ausgeschlagen haben. Vermutlich sind sie sich der Schwäche ihrer Argumente bewusst", sagte Naryschkin. Kremlchef Wladimir Putin hatte am Freitag erklärt, dass Russland seinem Verbündeten Syrien im Falle eines US-Angriffs helfen wolle. Er ließ aber offen, wie dies aussehen soll. Ein Gesetz von 2009 würde eine Militäraktion zum Schutz eigener Bürger in Syrien erlauben.

dpa

Mehr zum Thema

Der syrische Präsident Baschar al-Assad könnte nach den Worten von US-Außenminister John Kerry einen US-Militärschlag verhindern, wenn er binnen einer Woche seine chemischen Waffen der internationalen Gemeinschaft aushändigen würde.

09.09.2013
Deutschland / Welt Syrien-Debatte im Kongress - Obama zieht alle Register

Für US-Präsident Obama hat Syrien höchste Priorität. Er setzt alles daran, den Kongress und die Amerikaner von einem Militärschlag zu überzeugen. Deutschlands Weigerung, die Syrien-Erklärung von St. Petersburg sofort zu unterzeichnen, sorgte für Aufsehen.

08.09.2013

Wladimir Putin und Barack Obama finden nicht zueinander. Ihre Kraftprobe lähmt den G20-Gipfel in der Syrien-Frage. Fortschritte? Nicht in Sicht!

06.09.2013
09.09.2013
Stefan Koch 09.09.2013