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Deutschland / Welt Warum Gesine Schwan ein „gemischtes Doppel“ mit Kevin Kühnert will
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16:26 25.06.2019
Gesine Schwan in Mainz (Archivfoto). Quelle: imago images / sepp spiegl
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Berlin

Alter schützt vor Eifer nicht: Gesine Schwan (76) bringt sich offen als neue SPD-Vorsitzende in Stellung. Am liebsten würde die ehemalige Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin wohl als „gemischtes Doppel“ mit Juso-Chef Kevin Kühnert (29) die Geschicke der SPD lenken.

Die Sozialdemokratin ist grundsätzlich zu einer Kandidatur bereit: „Wenn die Bitte an mich herangetragen würde und wenn die auch eine erhebliche Unterstützung hätte“, würde sie einen solchen Schritt wagen, sagte sie. Noch sei es nicht so weit, dass sie sich aktiv bewerben wolle. Die Vorstellung aber, dass die SPD „wochenlang“ ohne Bewerber dastehe, sei für sie „peinlich und bedrückend“. Tatsächlich hatten mehrere prominente SPD-Größen wie Olaf Scholz oder Hubertus Heil bereits abgewunken.

Schwan lobt Kühnert in den höchsten Tönen

Denkbar ist für die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission eine Doppelspitze mit dem 47 Jahre jüngeren Juso-Vorsitzenden Kühnert. „Ich habe ihn immer als fair und nachdenklich-argumentativ erlebt. Das ist eine wichtige Voraussetzung, wenn man kooperieren will“, so Schwan. Allerdings: Noch hat die Politikwissenschaftlerin den 29-Jährigen gar nicht gefragt, ob der sich diese Konstellation vorstellen könnte. Schwan selbst glaubt nicht daran, dass Kühnert überhaupt antreten will. Er habe mit seinen 29 Jahren ja noch viel Zeit, so ihr Argument. Der Juso-Chef selbst hält sich bisher bedeckt.

Aber Schwan würde vermutlich auch ohne den jüngsten SPD-Hoffnungsträger antreten. Dessen wohl größte Stärke reklamiert sie jedenfalls auch für sich: „Ich traue mir zu, zu verstehen, was die jungen Menschen wollen und auch sie für die SPD anzusprechen“, sagte sie dem SWR. Junge Leute hätten nicht von vorn herein etwas gegen ältere Menschen, sondern nur gegen diejenigen, die nicht wirklich konsequent seien.

In den Himmel wachsen Schwans Ambitionen trotz allem Tatendrang dann aber doch nicht. Dem „Spiegel“ versicherte sie kürzlich: „Ich will nicht Kanzlerkandidatin werden.“ Der ein oder andere in der SPD wird es mit Erleichterung zur Kenntnis genommen haben.

Von Christian Burmeister/RND

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