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Deutschland / Welt SPD-Wahlkampf-Chefin Nahles ordnet Hausbesuche an
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22:13 22.03.2013
Foto: SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles eröffnet an diesem Freitag die Wahlkampfzentrale "Kampa 2013" in Berlin.
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles eröffnet an diesem Freitag die Wahlkampfzentrale "Kampa 2013" in Berlin. Quelle: dpa
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Berlin

Organisiert wird das alles in der „Kampa 2013“. So heißt die Wahlkampfzentrale, die mit ihren knapp 100 Mitstreitern im Berliner Willy-Brandt-Haus untergebracht ist. Genau sechs Monate vor der Bundestagswahl am 22. September gab Generalsekretärin Andrea Nahles gestern als oberste Wahlkampf-Verantwortliche den Startschuss.

Die Zeit bis zum 22. September wollen die Sozialdemokraten für mindestens vier Millionen Hausbesuche nutzen. Auf die Beine stellen sollen das große Klinkenputzen extra geschulte „Campaigner“, einer in jedem der 299 Bundestagswahlkreise. Diese Aktivisten werden wiederum in der SPD-Mitgliedschaft „Teams“ rekrutieren, die dann von Tür zu Tür ziehen. Auch Steinbrück soll sich hier und da mal einreihen.

„Das wird kein Spaziergang, das ist harte Arbeit“, beschrieb Nahles das Ausschwärmen. Die SPD hat dieses Konzept des Wahlkampfes von unten bei der Landtagswahl in Niedersachsen und den Oberbürgermeister-Wahlen etwa in Karlsruhe, Leipzig oder Wiesbaden getestet. „Mit großem Erfolg“, sagt Nahles. Denn die SPD-Werber rücken gezielt dort aus, wo die SPD Potenzial hat und Nichtwähler erreichen kann. In Niedersachsen habe man 90.000 Stimmen aus dem Lager der Nichtwähler gewonnen.

Die traditionellen Großveranstaltungen mit dem Spitzenkandidaten auf der Bühne will die SPD zurückfahren. Stattdessen soll Steinbrück auf sogenannten Kundgebungsstrecken den Menschen auf Augenhöhe begegnen.

Etwa 22 bis 23 Millionen Euro lässt sich die SPD die Wahlschlacht kosten, einige Millionen weniger als 2009. Die genauen Beträge nannte Nahles nicht.

Dass der SPD noch etwas Schub fehlt, räumt auch die Generalin ein. „Wir müssen jetzt die Geschlossenheit der vergangenen Monate nutzen, um geschlossen zum Angriff überzugehen.“

Nahles wurde Anfang März mit der Gesamtleitung betraut. Der von Steinbrück zum Wahlkampfleiter berufene Heiko Geue, bis dahin Finanz-Staatssekretär in Sachsen-Anhalt, ist jetzt nur noch für die Kampagne des Kanzlerkandidaten verantwortlich. Das gilt ebenso für Steinbrücks Pressesprecher Michael Donnermeyer. Er ist nur für dessen Kommunikation zuständig. Zum Team Steinbrück gehört von Fall zu Fall auch der Wirtschafts- und Arbeitsminister von Thüringen, Matthias Machnig. Er hatte schon Gerhard Schröder bei dessen Wahlkämpfen zur Seite gestanden.

Arnold Petersen