Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Deutschland / Welt SPD legt Merkel Entlassung Röslers nahe
Nachrichten Politik Deutschland / Welt SPD legt Merkel Entlassung Röslers nahe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:30 24.07.2012
Weg mit dem Vizekanzler? Die SPD hat Merkel nach den Aussagen Röslers zu einem Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone dessen Entlassung nahegelegt. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) gerät wegen seiner Aussagen zum Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone immer schärfer in die Kritik. SPD und Grüne warfen Rösler am Dienstag vor, die Kreditwürdigkeit Deutschlands zu gefährden. Aber auch in Union und FDP wurde Ärger laut. SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider legte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sogar den Rausschmiss Röslers nahe: „Wenn der vereidigte Wirtschaftsminister Deutschlands Steuergelder so unverantwortlich gefährdet, müsste die Kanzlerin ihn entlassen.“

Rösler hatte sich am Sonntag in der ARD „mehr als skeptisch“ gezeigt, dass Griechenland die Reformauflagen der internationalen Geldgeber erfüllen könne. In diesem Fall werde es keine weiteren Zahlungen geben. „Die Griechen werden selber zu der Überzeugung kommen, dass es vielleicht klüger ist, aus der Eurozone auszutreten“, hatte Rösler hinzugefügt. „Für mich hat ein Austritt Griechenlands längst seinen Schrecken verloren.“ Am Montagabend senkte die Ratingagentur Moody’s den Ausblick für Deutschland und begründete dies mit steigender Unsicherheit über den Ausgang der Schuldenkrise.

Anzeige

Die SPD führte das auch auf das „unverantwortliche Gequatsche des Vizekanzlers“ zurück. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte dem „Hamburger Abendblatt“, Röslers Gerede „lässt die Zinsen steigen und kostet Deutschland Geld und möglicherweise auch die Kreditwürdigkeit“.

Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Klaus-Peter Flosbach, sagte „Handelsblatt Online“, es habe überhaupt keinen Grund gegeben, die Debatte jetzt loszutreten. Er rate allen zu mehr Verantwortung. Der FDP-Europapolitiker Jorgo Chatzimarkakis erklärte im griechischen Fernsehen, er schäme sich für das, was sein Parteichef gesagt habe.

dpa/sag