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Deutschland / Welt Saad Hariri ist neuer libanesischer Regierungschef
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20:19 27.06.2009
Saad Hariri ist neuer libanesischer Regierungschef. Quelle: afp

Regierungschef in Beirut wurde Fuad Siniora, ein langjähriger politischer Weggefährte seines 2005 ermordeten Vaters Rafik Hariri. Anfang Juni konnte der jüngere Hariri-Spross aber seinen Erfolg bei den Parlamentswahlen überraschend wiederholen. Am Samstag ernannte ihn Präsident Michel Suleiman nun zum Ministerpräsidenten.

Hariri galt seit dem Wahlerfolg Anfang Juni als natürlicher Anwärter auf den Posten des libanesischen Regierungschefs. Dabei interessierte den als diplomatisch bekannten Hariri-Sohn die Politik ursprünglich nicht sonderlich. Lieber machte er sein Geld als Chef einer Firma, die sein Vater in Saudi-Arabien aufgebaut hatte. In Riad lebte er mit Frau und Kindern, protegiert vom befreundeten saudiarabischen Königshaus.

Mit dem Attentat auf seinen Vater am 14. Februar 2005 änderte sich das schlagartig. Saad Hariri wandte sich der Politik zu und widmete sich der Suche nach den Hintermännern des Anschlags. Die Einrichtung des UN-Sondertribunals, das seit dem 1. März in Den Haag die Hintergründe des Attentats aufklären soll, begrüßte er als „Stunde der Wahrheit und der Gerechtigkeit“. Zehntausende jubelten ihm zu.

Es ist sein politisches Erbe. Sein Vater galt vielen als Architekt des Wiederaufbaus nach dem Ende des verheerenden libanesischen Bürgerkriegs (1975-1990). Das Land ist aber nach wie vor tief gespalten zwischen pro-westlichen, pro-syrischen und -iranischen Kräften. Auch wenn die akute Gefahr zunächst gebannt ist, droht dem Libanon weiter die Instrumentalisierung durch die großen Regionalmächte Syrien und Iran, die beide die schiitische Hisbollah päppeln. In den hoch gewachsenen Saad Hariri setzen viele Landsleute nun die Hoffnung, er könne sich als würdiger Erbe von Rafik Hariri erweisen.

Als Mehrheitsführer im Parlament wurde Saad Hariri zu einem der schärfsten Kritiker des pro-syrischen Präsidenten Emile Lahoud. Unerschrocken bezeichnete Hariri die Führung in Damaskus als „Mörderregime“. Von Syriens Präsident Baschar el Assad wurde er daraufhin als „Diener seiner (westlichen) Herren“ tituliert. Syrien galt lange als der Drahtzieher hinter dem Hariri-Attentat mit insgesamt 23 Toten. Inzwischen nennt die Untersuchungskommission allerdings keine konkreten Verdächtigen mehr, sondern spricht nur noch von einem „kriminellen Netzwerk“.

Der Westen, insbesondere die USA, hofierten Saad Hariri schon wie den eigentlichen Regierungschef, noch während er nur die Fäden im Hintergrund zog. Vor der Wahl am 7. Juni war die Angst groß, die Hisbollah könnte alle Hoffnungen zunichte machen und das Land noch tiefer in die Krise stürzen als nach dem Anschlag von 2005, in dessen Folge zahlreiche pro-westliche Persönlichkeiten im Libanon Opfer von Anschlägen wurden.

Es waren die Jahre der Bewährung für Saad Hariri. Erfahrungen konnte der mit einer syrischstämmigen Frau verheiratete Vater dreier Kinder in den vergangenen vier Jahren ausreichend sammeln. Zudem verfügt der 39-Jährige über gute Kontakte im Nahen Osten, insbesondere nach Saudi-Arabien, dessen Staatsbürgerschaft er auch besitzt.

afp

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