Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Deutschland / Welt Kabinett bestätigt Rörig als Beauftragten gegen Kindesmissbrauch
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Kabinett bestätigt Rörig als Beauftragten gegen Kindesmissbrauch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:58 27.03.2019
Der Missbrauchsbeauftragte des Bundes, Johannes-Wilhelm Rörig, wurde für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. Quelle: dpa
Berlin

Der unabhängigen Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, ist am Mittwoch durch das Bundeskabinett für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt worden.

„Sexualisierte Gewalt gegen Mädchen und Jungen passiert immer noch viel zu häufig. Ich möchte alles dafür tun, dass jedes Kind geschützt wird“, sagte Familienministerin Franziska Giffey (SPD) nach dem Kabinettsbeschluss.

„Mit Herrn Rörig hat die Bundesregierung eine starke und kompetente Persönlichkeit für die Verbesserung von Schutz, Hilfe und Aufarbeitung bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche an ihrer Seite.“

1600 Opfer des Kindesmissbrauchs waren jünger als sechs Jahre

Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Jahr 2017 13.500 Kinder und Jugendliche Opfer von sexualisierter Gewalt und Ausbeutung. 1600 Opfer waren jünger als sechs Jahre. Aktuelle Dunkelfeldforschungen gehen davon aus, dass jede oder jeder Siebte bis Achte in Deutschland sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend erlitten hat.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht für Deutschland von einer Million betroffener Mädchen und Jungen aus, die sexuelle Gewalt erlebt haben oder erleben. „Das sind statistisch pro Schulklasse ein bis zwei betroffene Kinder“, sagte Giffey.

„Das zeigt wie wichtig es ist, den Akteuren vor Ort mehr Sicherheit im Umgang mit sexualisierter Gewalt zu geben – in Kitas, Schulen und Vereinen, in der Verwaltung und auch in gerichtlichen Verfahren. Allen, die mit Kindern arbeiten, muss klar sein, was sie bei einem Verdacht zu tun haben.“

Betroffenenrat wird neu eingerichtet

Giffey kündigte an, noch in diesem Jahr den Betroffenenrat neu einzuberufen, der an die Amtszeit des Unabhängigen Beauftragten gekoppelt und bei seinem Amt eingerichtet ist.

Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, die am 3. April ihren ersten Bilanzbericht veröffentlicht, werde ihre Arbeit bis Ende 2023 fortsetzen. Mit Rörig wolle sie am 18. November erstmals einen „Nationalen Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ einberufen.

Lesen Sie: Unionspapier gegen den Kindesmissbrauch

Ziel des Rats sei es, gemeinsam mit Experten aus Bund und Ländern, Wissenschaft und Fachpraxis sowie unter Beteiligung des Betroffenenrats und der Unabhängigen Aufarbeitungskommission wirksame und ressortübergreifende Vorhaben zu entwickeln und zu begleiten.

Es sollen, so Giffey, Strategien zu einer dauerhaften Verbesserung von Prävention, Schutz und Hilfen bei sexualisierter Gewalt und Ausbeutung erarbeitet sowie Vorschläge für kind- und betroffenengerechtere Verfahren entwickelt werden.

Rörig fordert Missbrauchsbeauftragte auf Landesebene

Rörig sagte, dass nur durch die enge Kooperation und Vernetzung aller gesamtgesellschaftlichen Kräfte Missbrauch wirksam bekämpft werden könne.

„Dazu gehört für mich ein Nationaler Rat, der die Kompetenzen auf Bundesebene bündelt und möglichst viele Akteure einbezieht, ebenso wie die Berufung von Landesmissbrauchsbeauftragten durch die jeweiligen Landesregierungen, die sich als Ansprechpartner für Betroffene und Akteure auf regionaler Ebene wirkungsvoll für den Kinderschutz vor Ort einsetzen können“, so Rörig.

Informationen und Hilfeangebote finden Sie unter: Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 – 22 55 530 (kostenfrei und anonym) und www.hilfeportal-missbrauch.de

Von Thoralf Cleven/RND

Das EU-Parlament befürwortet ein Ende der Zeitumstellung im Jahr 2021. Auf diese Position einigten sich die Abgeordneten am Dienstag in Straßburg. Eine wichtige Hürde gibt es allerdings noch.

27.03.2019

Die Symbolfigur der Klimaschutz-Streiks nimmt am Freitag an der Demo in Berlin teil. Dann besucht die 16-Jährige das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Zum Chef hat sie eine besondere Beziehung.

27.03.2019

Zollunion, Referendum oder doch der Ausstieg aus dem Brexit? Mittwochabend stimmt das Parlament über mögliche Brexit-Szenarien ab. Und obwohl es sich dabei nur um eine Art Testlauf handelt, könnte es für Premierministerin Theresa May eng werden.

27.03.2019