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Deutschland / Welt Soll die AfD zugeben, dass es menschengemachten Klimawandel gibt?
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09:06 29.05.2019
Will nicht, dass die AfD eine Partei alter weißer Männer wird: Damian Lohr von der „Jungen Alternative“. Quelle: Peter Gercke/dpa
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Berlin

Die AfD ist eine Partei der mittelalten bis alten weißen Männner. Nur sechs Prozent der Wähler unter 30 Jahren stimmten bei der Europawahl für die Rechtspartei, die von dem 78-jährigen Alexander Gauland geführt wird.

Die AfD hat aber auch eine Jugendorganisation, geleitet von dem 25-Jährigen Damian Lohr. Die „Junge Alternative“ (JA) fiel bis vor Kurzem damit auf, radikaler zu sein als die Mutterpartei, daher wird sie auch vom Verfassungsschutz als „Verdachtsfall“ geführt. Seit ihrem Bundeskongress im Februar gilt die JA als linientreue Kaderschmiede für die Mutterpartei. Jegtzt muckt sie erstmals konstruktiv auf.

Soll die AfD zugeben, dass es menschengemachten Klimawandel gibt?

„Die Wahlergebnisse gerade bei den Jungen zeigen, dass die Partei so nicht weiter machen kann“, sagt Lohr dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wir müssen als modern wahrgenommen werden.“ Zuvor hatte bereits der JA-Landesverband Berlin gefordert, die AfD müsse „jünger werden“.

Dazu müsse die Partei auch das Generationenthema Klimawandel und Umweltschutz stärker besetzen. „Wir fordern die Mandats- und Funktionsträger unserer Partei dazu auf, von der schwer nachvollziehbaren Aussage Abstand zu nehmen, der Mensch würde das Klima nicht beeinflussen“, schreibt Berlins JA-Chef David Eckert in einer Botschaft an den Landesvorstand der AfD.

Windrad-Gegner und E-Sport-Freunde

JA-Bundesvorsitzender Lohr kritisiert Eckert: „Die Forderungen der JA Berlin aber sind effekthascherisch. Wir dürfen in der Umweltpolitik nicht auf den Grünen-Hype aufspringen, wo es inhaltlich falsch wäre. Wir müssen die Widersprüche der anderen enttarnen. Windräder im Wald sind nicht umweltfreundlich, sondern das Gegenteil.“

Lohr kündigte an, die JA werde bis zum Programmparteitag im September eine Reihe inhaltlicher Vorschläge vorlegen. Dazu gehörten auch Positionen zur Digitalisierung, zu E-Sports und zur Rentenpolitik. Er fordert etwa einen Staatsfonds zur Rentensicherung nach norwegischem Vorbild.

Von Jan Sternberg/RND

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