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Deutschland / Welt Sozialsenatorin regt Diskussion um „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ an
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Sozialsenatorin regt Diskussion um „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ an
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10:52 07.03.2018
Die Schülerin Hannah hat mit ihrem „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ viel Zuspruch in sozialen Netzwerken erhalten. Quelle: dpa
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Hamburg

Die Idee zum „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ einer Pinneberger Schülerin mit Down-Syndrom will Hamburg bundesweit zum Thema machen. „Ich würde mich sehr freuen, wenn eine solche Diskussion um die Bezeichnung des „Schwerbehindertenausweises“ in den Inklusionsbeirat des Bundes getragen wird“, erklärte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Montag. „Ich habe deshalb Verena Bentele, die Beauftragte des Bundes für die Belange von Menschen mit Behinderung, gebeten, das Thema dort aufzugreifen.“

Die 14-jährige Schülerin Hannah hatte ihren Schwerbehindertenausweis in einen „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ umgewidmet und dafür in sozialen Netzwerken viel Zuspruch erhalten. Sie finde, dass Schwerbehindertenausweis nicht der richtige Name für ihren Ausweis sei, erklärte Hannah in der der Herbstausgabe des Magazins „Kids Aktuell“ des gemeinnützigen Hamburger Vereins Kids Hamburg - Kontakt- und Informationszentrum Down-Syndrom.

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„Ihre Aktion hat viel Öffentlichkeit erfahren und dafür gesorgt, dass mehrere - insbesondere junge - Menschen mit Behinderung im Versorgungsamt Hamburg einen Antrag auf einen solchen Ausweis gestellt hatten“, betonte die Behörde. Seitdem können Schwerbehinderte eine Hülle mit dem Aufdruck „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ erhalten.

„Diese Aktion und ihre öffentliche Resonanz zeigt mir, dass es aus dem Kreis der Betroffenen das Bedürfnis gibt, diesen Begriff zu diskutieren“, sagte Leonhard. Eine ergebnisoffene Diskussion um die Bezeichnung des „Schwerbehindertenausweises“ könne aber nur von den Betroffenen selbst geführt werden. „Ergebnis einer Fachdiskussion im Inklusionsbeirat könnte eine qualifizierte Empfehlung an die Politik sein, die dann ganz im Sinne der Mehrheit der Menschen mit Behinderung ist.“

Von dpa/RND