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Deutschland / Welt Syriens Kurden fordern UN-Sondertribunal für IS-Kämpfer
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18:27 25.03.2019
Truppen unter kurdischer Führung haben die letzte Bastion der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien eingenommen. Für ihre gefangenen IS-Kämfer fordern sie ein Sondertribunal. Quelle: Maya Alleruzzo/AP/dpa
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Damaskus

Nach dem Fall der letzten IS-Bastion haben Syriens Kurden ihre Forderung nach einem internationalen Sondertribunal für gefangene Extremisten bekräftigt.

Das Gericht solle im Norden und Osten des Landes angesiedelt sein, da dort die Verbrechen verübt und die Terrorristen festgenommen worden seien, erklärten die von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) am Montag. Die Verfahren sollten fair und nach internationalem Recht verlaufen.

SDF: Bisher kaum Reaktionen

Die SDF bedauerten, dass ihre Rufe nach einer Rückkehr der gefangenen Ausländer in ihre Heimatländer bisher „keinerlei Widerhall“ gefunden hätten. Sie appellierten an die internationale Gemeinschaft, den Aufbau eines Sondertribunals zu unterstützen. Schon zuvor hatten die Kurden ein solches Gericht unter UN-Leitung gefordert.

Nach wochenlangen Kämpfen hatten die SDF am Samstag die Befreiung der letzten syrischen IS-Bastion Baghus verkündet. Damit hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ihr gesamtes Herrschaftsgebiet in Syrien und im Irak verloren. IS-Zellen sind aber weiter aktiv.

Bundesregierung hat keine Beziehungen zu Damaskus

In den Gefangenenlagern der SDF sitzen mehrere Tausend IS-Angehörige. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte geht von etwa 10 000 aus. Darunter sind auch Deutsche und Hunderte andere Ausländer.

Deutschland und andere EU-Länder stehen einer Rücknahme von IS-Anhängern aus Syrien äußerst skeptisch gegenüber und verweisen auf massive praktische Probleme. So pflegt die Bundesregierung zwar Kontakte zur kurdischen Selbstverwaltung im Norden Syriens, hat aber die diplomatischen Beziehungen zur Regierung in Damaskus eingestellt.

Terrorismusexperten dagegen plädieren dafür, deutsche Kämpfer des „Islamischen Staates“ zurückzuholen.

Trump drohte mit Freilassung

US-Präsident Donald Trump hatte die europäischen Länder dazu aufgerufen, in Syrien gefangene IS-Kämpfer zurückzunehmen und vor Gericht zu stellen. Falls die Verbündeten nicht reagieren sollten, seien die USA gezwungen, sie auf freien Fuß zu setzen, erklärte er. Die USA haben in Syrien Truppen am Boden, die die SDF unterstützen.

Lesen Sie auch: Der Dokumentarfilmer Talal Derki hat viele Monate lang bei einer Dschihadisten-Familie in Syrien gelebt – und berichtet nun von den „Kindern des Kalifats“.

Von RND/dpa

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