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Deutschland / Welt Tabakwerbeverbot: Keine halben Sachen!
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07:19 07.10.2019
Ein umfassendes Tabakwerbeverbot ist überfällig. Quelle: imago images/Panthermedia
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Berlin

Es ist schon ziemlich dreist, wenn Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus nun die SPD zu einer Einigung über ein umfassendes Tabakwerbeverbot drängt. War es doch die Bundestagsfraktion von CDU und CSU, die in der vergangenen Wahlperiode in einem beispiellosen Vorgang sogar die eigene Regierung auflaufen ließ und einen sehr weitgehenden und damit fortschrittlichen Gesetzentwurf des damaligen Landwirtschaftsministers Christian Schmidt (CSU) in den parlamentarischen Mülleimer beförderte. Die SPD hatte Schmidt dagegen immer unterstützt.

Nicht so harmlos wie von der Industrie versprochen

Nicht an die Sozialdemokraten muss sich Brinkhaus also wenden, sondern an den eigenen Wirtschaftsflügel. Der versucht nach wie vor mit allerlei Tricks durchzusetzen, wenigstens die E-Zigarette von einem Verbot auszunehmen. Doch ein Nachgeben in dieser Frage wäre fatal, schließlich setzt die Tabakindustrie in der Werbung schon gar nicht mehr auf herkömmliche Zigaretten, sondern auf diese neuartigen Produkte. Und ja, E-Zigaretten können bei dem einen oder anderen helfen, sich das Rauchen abzugewöhnen. Untersuchungen aus den USA zeigen aber auch, dass das Dampfen gerade bei Jugendlichen den Weg zum konventionellen Rauchen bahnen kann. Von Fruchtaroma zu Nikotin ist es nur ein kleiner Schritt, von dort zur echten Zigarette ebenfalls.

Zudem deuten diverse Todesfälle in den USA darauf hin, dass insbesondere die Verdampfer doch nicht so harmlos sind wie uns die Tabakindustrie glauben machen will. Noch ist völlig unerforscht, welche Wirkungen die inhalierten Dämpfe im menschlichen Körper haben – egal, ob mit Nikotin oder anderen Inhaltsstoffen. Kurzum: Das Tabakwerbeverbot muss endlich kommen – ausnahmslos für alle Rauch- und Dampfprodukte. Setzen Sie das endlich in Ihrer Fraktion durch, Herr Brinkhaus!

Lesen Sie auch: Außenwerbeverbot soll auch für E-Zigaretten gelten

Von Tim Szent-Ivanyi/RND

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