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Deutschland / Welt Türkei sorgt für Eklat bei Libyen-Konferenz
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Türkei sorgt für Eklat bei Libyen-Konferenz
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15:14 13.11.2018
Überblick des Konferenztischs während einer Plenarsitzung am zweiten Tag der Libyen-Konferenz: Die internationale Gemeinschaft will in Palermo Lösungen für das Chaos in dem nordafrikanischen Land suchen, von dem aus in der Vergangenheit zahlreiche Migranten nach Europa übersetzten. Quelle: Antonio Calanni/AP/dpa
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Palermo

Die Türkei hat die Libyen-Konferenz in Italien aus Protest frühzeitig verlassen, weil sie sich von Gesprächen am Rande des Gipfels ausgeschlossen gefühlt hat. Bei den Gesprächen waren in Palermo die Hauptgegenspieler in dem Konflikt, der im Osten des Bürgerkriegslandes herrschende General Chalifa Haftar und dem Chef der international anerkannten Einheitsregierung Fajis al-Sarradsch, sowie Vertreter von Staaten wie Russland und Ägypten zusammengekommen.

Jedes Treffen, das die Türkei ausschließe, sei kontraproduktiv für die Lösung der libyschen Krise, erklärte Vizepräsident Fuat Oktay. Das informelle Treffen mit einer Reihe von Akteuren, die auch noch „als prominente Protagonisten des Mittelmeers“ präsentiert worden seien, sei ein „sehr irreführender und schädlicher Ansatz, dem wir vehement widersprechen“. Die Türkei verlasse die Konferenz mit „tiefer Enttäuschung“.

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Die Türkei gilt als Unterstützerin der Muslimbrüder, die auch in Libyen präsent sind und die General Haftar ablehnt. Haftar hatte es Berichten zufolge abgelehnt, mit islamistischen Kräften aus Libyen oder mit ihren Unterstützern in Palermo an einem Tisch zu sitzen

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Seit dem gewaltsamen Tod des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi vor sieben Jahren herrschen in dem nordafrikanischen Land Blutvergießen und Chaos. Extremisten haben sich das Machtvakuum zu Nutzen gemacht. Von Libyen aus führt zudem eine der wichtigsten Migrantenrouten übers Mittelmeer nach Italien, die die rechtspopulistische Regierung in Rom schließen will.

Von RND/AP/dpa/ngo