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Deutschland / Welt Kerry zu neuer Vermittlung in Nahost eingetroffen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Kerry zu neuer Vermittlung in Nahost eingetroffen
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10:56 23.07.2014
US-Außenminister Kerry trifft für Vermittlungsgespräche im Nahen Osten ein. Quelle: dpa
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Tel Aviv

Inmitten des andauernden bewaffneten Konflikts zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen ist US-Außenminister John Kerry zu einer neuen Vermittlungsmission im Nahen Osten eingetroffen. Kerry landete am Mittwoch auf dem Flughafen von Tel Aviv und reiste umgehend nach Jerusalem weiter, um dort UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zu treffen. Auf seinem Programm stand zudem Gespräche mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah im Westjordanland.

In dem 16-tägigen Konflikt wurden inzwischen mindestens 644 Palästinenser getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Laut Rettungskräften wurden am Mittwochmorgen beim Artilleriebeschuss von Chan Junis erneut sechs Menschen getötet. Zwei weitere Palästinenser starben im Norden des Küstengebiets, fünf andere in Abassan östlich von Chan Junis. Auf israelischer Seiten wurden bislang 29 Soldaten und zwei Zivilisten getötet. Am Mittwochmorgen wurde bei Protesten im Westjordanland ein 32-jähriger Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen. Alle internationalen Bemühungen um einen baldigen Waffenstillstand scheiterten bislang.

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Bloomberg fliegt aus Solidarität mit Israel nach Tel Aviv

Aus Solidarität mit Israel fliegt der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg mit einer Maschine der nationalen israelischen Airline El Al nach Tel Aviv. Er wolle zeigen, dass der Flugverkehr von und nach Tel Aviv sicher sei, schrieb Bloomberg in einer Mitteilung, die am Dienstagabend auf seiner Webseite veröffentlicht wurde. Er nannte den Ben-Gurion-Flughafen "den am besten gesicherten Airport der Welt" und kritisierte Einschränkungen für Flüge amerikanischer Airlines nach Israel. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte Flüge amerikanischer Fluggesellschaften nach Tel Aviv für 24 Stunden verboten. Sie begründete ihre Entscheidung mit den Raketenangriffen aus dem Gazastreifen.

Zahlreiche Airlines stellten Verbindungen zum internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv wegen des dauernden Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen vorübergehend ein. Am Mittwoch seien 80 von insgesamt 209 Flügen gestrichen worden, sagte Flughafensprecherin Liza Dvir.

Wegen der Streichung der Flüge sind viele Israel-Reisende gestrandet. Israels Transportminister Israel Katz kritisierte die Entscheidung als "Belohnung für den Terror" der Hamas im Gazastreifen. Er betonte, die nationale Airline El Al werde mehr Flüge einsetzen, um gestrandeten Reisenden zu helfen. Reiseveranstalter forderten die Öffnung des Militärflughafens Ovda in der Negev-Wüste im Süden des Landes als Ausweichmöglichkeit für internationale Flüge. Viele Israelis, die ins Ausland fliegen wollten, mussten wieder nach Hause fahren. Andere konnten nicht nach Israel zurückfliegen. Ein Flug der US-Airline Delta etwa hatte wegen der Reisewarnungen am Dienstag einen Zwischenstopp in Paris eingelegt.

Auch die deutschen Gesellschaften Lufthansa und Air Berlin setzten ab Dienstagabend alle für die nächsten 36 Stunden geplanten Flüge nach Tel Aviv aus. Lufthansa wollte im Verlauf des Tages über das weitere Vorgehen entscheiden. Andere europäische Fluggesellschaften wie die französische Air France, die britische Easy Jet, die niederländische KLM, die spanischen Linien Iberia und Vueling und die lettische Air Baltic strichen ebenfalls Verbindungen nach Tel Aviv. Für US-Airlines galt ein 24-stündiges Verbot.

dpa