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Deutschland / Welt US-Außenminister Pompeo macht Iran für Angriffe auf Tanker verantwortlich
Nachrichten Politik Deutschland / Welt US-Außenminister Pompeo macht Iran für Angriffe auf Tanker verantwortlich
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21:42 13.06.2019
Brennender Öltanker im Golf von Oman: „nicht hinnehmbare Eskalation“. Quelle: dpa
Washington

Die USA machen den Iran für die mutmaßlichen Angriffe auf zwei Öltanker im Golf von Oman verantwortlich. „Es ist die Einschätzung der US-Regierung, dass die Islamische Republik Iran verantwortlich für die Angriffe ist, zu denen es heute im Golf von Oman kam“, sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Donnerstag in Washington bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Diese Einschätzung basiere unter anderem auf Geheimdienstinformationen, auf den eingesetzten Waffen und auf ähnlichen Angriffen in jüngster Vergangenheit (Lesen Sie hier, was bislang über den Vorfall bekannt ist).

Auf Twitter schrieb Pompeo, die Angriffe seien eine Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit und eine „nicht hinnehmbare Eskalation der Spannung durch den Iran“. Am Nachmittag (Ortszeit) wollte sich in New York der UN-Sicherheitsrat mit dem Vorfall befassen. Mehrere Diplomaten bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass die USA die Gespräche hinter verschlossenen Türen beantragt haben.

UN-Generalsekretär in großer Sorge

Zuvor hatte UN-Generalsekretär Antonio Guterres vor einer „großen Konfrontation“ gewarnt. „Ich nehme den Vorfall in der Straße von Hormus mit tiefer Besorgnis zur Kenntnis. Ich verurteile jeden Angriff auf zivile Schiffe scharf“, sagte Guterres vor dem UN-Sicherheitsrat. Es müsse festgestellt werden, wer für die Taten verantwortlich sei. „Und wenn es etwas gibt, was die Welt sich nicht leisten kann, ist es eine große Konfrontation in der Golf-Region.“

Im Golf von Oman wurden zwei Tankschiffe beschädigt. Auf der „Front Altair“ kam es zu einer Explosion Quelle: dpa/Infografik

Zwei schweren Zwischenfälle mit Tankern am Golf hatten die Spannungen zwischen dem Iran und seinen arabischen Erzrivalen weiter erhöht. Betroffen waren am Donnerstag ein von einem deutschen Unternehmen gemanagter Frachter sowie ein Schiff einer norwegischen Reederei. Die norwegische Seefahrtsbehörde bestätigte einen Angriff auf den Öltanker „Front Altair“. Das norwegische Unternehmen Frontline meldete eine Explosion und einen Brand an Bord.

Ein Verletzter auf deutschem Tanker

Die deutsche Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) teilte mit, auch der mit Methanol beladene Tanker „Kokuka Courageous“ sei im hinteren Teil beschädigt und ein Besatzungsmitglied sei leicht verletzt worden. Die 21 Seeleute an Bord wurden von einem US-Marineschiff aufgenommen, wie ein Londoner Sprecher des in Singapur ansässigen Schiffsmanagement-Unternehmens sagte. Die Ladung sei intakt, der Frachter drohe nicht zu sinken. Auch die japanische Firma Kokuka Sangyo erklärte, ihr Tanker „Kokuka Courageous“ sei betroffen.

Zu den beiden Vorfällen kam es nahe der Straße von Hormus, die von einem Drittel des weltweit verschifften Öls passiert wird. Der Rohölpreis stieg nach den möglichen Angriffen zeitweise um vier Prozent - Ausdruck der Nervosität wegen der Spannungen zwischen dem Iran und den USA.

Es sind nicht die ersten Vorfälle in der Region. Bereits vor vier Wochen hatten die Vereinigten Arabischen Emirate Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe im Golf von Oman gemeldet. Nach saudi-arabischen Angaben wurden zwei Tanker des Landes schwer beschädigt. Die genauen Umstände blieben jedoch unklar.

Lesen Sie auch: Anne Will zu Iran: „Appeasement funktioniert nicht“

Von RND/dpa

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