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Deutschland / Welt US-Navy soll Morde eines Elitesoldaten im Irak vertuscht haben
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12:07 25.04.2019
US-Soldaten stehen 2017 neben ihren Fahrzeugen in einem Stützpunkt der irakischen Armee. Quelle: Khalid Mohammed/AP/dpa
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New York

Die Vorwürfe sind dramatisch: Der Soldat der US-Eliteeinheit Navy Seals, Edward Gallagher, soll bei Einsätzen im Irak immer wieder gezielt auf Zivilisten geschossen haben, schreibt die „New York Times“ unter Berufung auf einen internen 439 Seiten langen Untersuchungsbericht der Navy.

So habe er einen unbewaffneten Mann mit einem langen weißen Bart erschossen. Einen etwa 15-jährigen Kämpfer des „Islamischen Staates“, der verwundet gefangen genommen worden sei, habe Gallagher mit einem Jagdmesser getötet, mit dem er ihm in Hals und Brust gestochen habe. Bereits bei einem Einsatz in Afghanistan mehrere Jahre zuvor soll er ein Mädchen erschossen haben, um den Mann hinter ihr zu erwischen und damit geprahlt haben, wie viele Menschen er getötet habe.

Wiederholte Beschwerden ohne Erfolg

Gallagher, der in der für ihren Drill bekannten Navy den Ruf einer Legende gehabt habe, habe sich weder um die Sicherheit seines Teams gekümmert noch sei ihm das Leben von Zivilisten wichtig gewesen. Statt den Auftrag der Truppe zu erfüllen und irakische Sicherheitskräfte auszubilden und sie zu unterstützen, habe Gallagher lieber Häuser räumen und Kämpfe provozieren wollen.

Soldaten seiner Einheit hätten sich wiederholt beschwert und schließlich die Vorgänge sogar an einen Vorgesetzten in den USA weitergeleitet, schreibt die „New York Times“ weiter. Der Truppenkommandeur und ein weiterer Vorgesetzter hätten allerdings nichts gegen seinen langjährigen Bekannten Gallagher unternommen, sondern stattdessen die Beschwerdeführer gewarnt, sie könnten mit ihren Anschuldigungen ihre eigene Karriere gefährden. Die Botschaft sei gewesen: „Hört auf, darüber zu reden.“ Ein paar Tage später erhielt der heute 39-jährige Gallagher eine militärische Auszeichnung.

Erst nachdem die Soldaten gedroht hätten, die Informationen an die Medien zu geben, sei eine Untersuchung in Gang gekommen. Gallagher wurde im September festgenommen. Ihm wird unter anderem vorsätzlicher Mord und versuchter Mord vorgeworfen. Die Navy wirft ihm auch vor, er habe versucht, Zeugen einzuschüchtern. Er weist die Anschuldigungen zurück. Der Gerichtsprozess soll am 28. Mai beginnen. Bei Verurteilung droht ihm laut „New York Times“ lebenslange Haft.

Von vat/RND

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