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Deutschland / Welt US-Truppen ziehen sich aus Syrien zurück
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18:38 19.12.2018
Knapp 2000 US-Soldaten sollen auf die Schnelle Syrien verlassen. Quelle: dpa
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Washington

Entgegen aller Warnungen aus dem Pentagon will das Weiße Haus umgehend sämtliche US-Truppen aus Syrien abziehen. Wie es am Mittwoch in Regierungskreisen hieß, soll die Rückholaktion so schnell wie möglich umgesetzt werden. „Wir haben ISIS geschlagen, das war mein einziger Grund für diesen Einsatz“, twitterte Donald Trump zur Überraschung des Pentagons.

Tatsächlich hatte der US-Präsident während seiner Wahlkampagne 2016 mehrfach betont, die amerikanischen Truppen abzuziehen, sobald die Widerständler des „Islamischen Staates“ (IS) besiegt seien.

In führenden amerikanischen Militärkreisen wird dieses Manöver allerdings ganz anders beurteilt. Da die US-Soldaten in den vergangenen Jahren engstens mit den kurdischen Rebellen kooperierten, bringen sie mit der Aktion ihre engsten Verbündeten in die Bredouille: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte bereits mehrfach mit einer Offensive gegen die kurdische „YPG“ gedroht, die seiner Einschätzung nach eine separatistische Terrorgruppe sei. Zurzeit leben viele Kurden im Norden und Osten Syriens in einer autonomen Region – ähnlich wie im Nordirak.

Republikaner protestieren gegen Trumps Entscheidung

Wie Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders am Mittwoch vor Journalisten in Washington betonte, würden die US-Truppen in eine „neue Phase“ eintreten: Die weltweite Koalition im Kampf gegen den IS werde fortgesetzt. Im Vergleich zu ihrer gefährlichen Kraft vor fünf Jahren seien die Widerständler heute jedoch nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Diverse Verteidigungspolitiker in Washington halten den Abzug für eine Fehlentscheidung: „Der Iran jubelt jetzt“, twittert Adam Kinzinger.

Der republikanische Abgeordnete befürchtet, dass der Einfluss des Iran und Russlands auf die gesamte Region deutlich zunehmen dürfte. Kinzingers düstere Prognose: „Wir werden zurückkommen müssen.“

Verhaltene Reaktion aus dem Pentagon

Verhalten äußerte sich auch das Pentagon: „In diesem Moment setzen wir unsere Zusammenarbeit mit den Partnern vor Ort fort“, sagte Robert Manning, Sprecher des Ministeriums. Wie es heißt, halten die Kampfeinsätze der US-Luftwaffe weiter an – auch um ein Wiedererstarken des IS zu verhindern.

Ein entschiedener Gegner eines überstürzten Abzugs ist demnach auch Jim Mattis. Sorgen bereitet dem Verteidigungsminister allem Anschein nach nicht nur das verstärkte Engagement Irans und Russlands in der Region, sondern auch die Zukunft amerikanischer Auslandseinsätze. Es seien nicht allein die kurdischen Truppen, die viel Vertrauen in Washington verlieren würden. Auch andere lokale Verbündete, mit denen die US-Truppen beispielsweise in Afghanistan oder im Jemen zusammenarbeiten, wären verunsichert.

Im Übrigen, so heißt es im Pentagon, seien die IS-Anhänger keineswegs vollständig geschlagen. Entlang der irakisch-syrischen Grenze gebe es noch immer Abschnitte, die verbissen von den Widerständler verteidigt werden.

Von Stefan Koch/RND

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