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Deutschland / Welt Wegen Trump: Knapp die Hälfte der Deutschen hat Angst vor den USA
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20:00 04.03.2019
Stehen nur im Karneval fröhlich nebeneinander: US-Präsident Donald Trump und Kanzlerin Angela Merkel. Quelle: dpa
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Brüssel

Das Bild der Deutschen von den USA hat sich im vergangenen Jahr noch einmal verfinstert. Inzwischen sind 73 Prozent der Deutschen der Meinung, dass die Beziehungen zu Amerika schlecht sind. Im vergangenen Jahr waren es lediglich 56 Prozent. Und: nahezu die Hälfte der Deutschen spricht sich gegen eine stärkere Zusammenarbeit beider Staaten aus.

Diese Zahlen hat die Körber-Stiftung in einer aktuellen Befragung in Zusammenarbeit mit dem Pew Research Centers aus Washington ermittelt. Die Studie gibt auch einen Hinweis darauf, wer für die kaum noch vorhandene Amerika-Begeisterung in Deutschland verantwortlich ist: Der seit zwei Jahren amtierende US-Präsident Donald Trump.

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Nur zehn Prozent der befragten Deutschen gab an, Vertrauen in den aktuellen US-Präsident zu haben. Zum Ende der Amtszeit von Trumps Vorgänger Barack Obama lag dieser Wert noch bei 86 Prozentpunkten. Auch das Bild der Deutschen von Amerika war damals noch positiv, zumindest sahen das 57 Prozent der Befragten so.

Gefühl der Bedrohung

Besonders wenig Gefallen an Trump finden die Anhänger der Grünen (sechs Prozent), gefolgt von SPD und Linken (jeweils sieben Prozent) und der CDU (acht Prozent). Dagegen haben 25 Prozent der AfD-Anhänger Vertrauen zu Trump. Ähnlich sieht es bei der Frage nach dem positiven Amerika-Bild aus: Linke (28 Prozent), Grüne (29), SPD (31), CDU (33), AfD (43).

Die Versuche der Bundesregierung und der EU, eine eigenständigere Außenpolitik zu betreiben, scheinen den Deutschen zu gefallen. 72 Prozent der Befragten wünschen sich, dass sich Berlin stärker emanzipiert. In den USA ist es umgekehrt. 65 Prozent der Amerikaner wollen, dass die Beziehungen zu Deutschland so bleiben wie sie sind.

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Auf einen Rekordwert ist die Zahl der Deutschen gestiegen, die das Gefühl haben, die USA könnten eine Bedrohung für das eigene Land sein. Das sagen in der aktuellen Umfrage 49 Prozent der Befragten. 2017 lag dieser Wert bei 35 Prozent, und kurz nach Obamas Wiederwahl im Jahr 2013 sagten das nur 19 Prozent der Deutschen. Nur etwa ein Drittel der Deutschen treiben dagegen ähnliche Gefühle um, wenn sie nach der Bedrohung aus China oder Russland gefragt werden.

Bemerkenswert ist, dass die Amerikaner ganz anders über die Deutschen denken als umgekehrt. 70 Prozent der Befragten in den USA finden die deutsch-amerikanischen Beziehungen laut der Umfrage gut. Ebenfalls 70 Prozent wollen, dass Washington und Berlin ihre Zusammenarbeit noch verstärken.

Sorgen wegen Klimawandels

Unterschiedliche Wahrnehmungen gibt es auch bei anderen Themen. 71 Prozent der Deutschland sehen den Klimawandel als ernste Bedrohung an. In den USA sehen das nur 59 Prozent ähnlich. Die Amerikaner dagegen machen sich größere Sorgen wegen des Atomwaffen-Programms in Nordkorea.

Dagegen ist die Nato nach wie vor sehr beliebt. Auf beiden Seiten des Atlantiks haben jeweils mehr als 60 Prozent der Befragten ein positives Bild von dem Verteidigungsbündnis.

Trumps Forderungen, die Deutschen und anderen Europäer sollten mehr für Verteidigung ausgeben, werden in den USA nur von einer Minderheit (39 Prozent) geteilt. 46 Prozent der US-Befragten sagen, der Beitrag Deutschlands könne bleiben wie er ist. Dagegen sprechen sich in Deutschland 43 Prozent für eine Erhöhung des Verteidigungshaushalts aus.

Von Damir Fras/RND

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