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Deutschland / Welt Autoindustrie vergleicht Vorstoß zum Diesel-Ende mit Planwirtschaft
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Autoindustrie vergleicht Vorstoß zum Diesel-Ende mit Planwirtschaft
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12:18 08.04.2019
Die Automobilindustrie stemmt sich gegen die Forderung nach einem Verbot des Verbrennungsmotors: „Ökonomische, ökologische und soziale Sackgasse“ Quelle: Franziska Kraufmann/dpa
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Berlin

Die Grünen stoßen mit ihrer Forderung nach einem Verbot der Neuzulassung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ab 2030 auf Kritik. „Mit Verboten lässt sich die Zukunft nicht gestalten“, sagte Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Während die deutsche Automobilindustrie mit hohem Engagement in die Mobilität der Zukunft investiert, greifen die Grünen in die Mottenkiste alter Parteitagsanträge, die bereits 2016 sang - und klanglos in die Schublade gelegt wurden.“

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Mattes sagte, die Forderung nach einem Ende des Verbrenners im Jahr 2030 enthalte „planwirtschaftliche Elemente“, die weder den technologischen Fortschritt noch die Bedürfnisse der Kunden berücksichtigen würden: „Ein solcher Ansatz ist alles andere als modern oder innovativ, sondern rückwärtsgewandt.“

„Ökonomische, ökologische und soziale Sackgasse“

Selbst Unternehmen, die sich sehr ambitionierte Ziele zur Elektromobilität setzten, würden davon ausgehen, dass im Jahr 2030 noch ein Großteil der Neuwagen mit Verbrennungsmotor fahren werde, meist als Plug-in-Hybrid, so der VDA-Chef. Zudem habe der klassische Verbrennungsmotor noch ein Effizienzpotenzial von weiteren 20 bis 30 Prozent.

In Kombination mit der Zukunftstechnologie alternativer und klimaneutraler Kraftstoffe, den sogenannten E-Fuels, könne einen erheblichen Beitrag zur CO2-Reduktion leisten: „Verbote einzelner Antriebsarten führen in die ökonomische, ökologische und soziale Sackgasse.“

„Die Bundesregierung ist hier auf einem guten Weg“

Besser sei es, jetzt den Aufbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos mit Entschlossenheit vorantreiben. „Ein zukunftsorientierter Ansatz beinhaltet zudem die Förderung von Innovationspotenzialen bei der Digitalisierung, Maßnahmen für eine bessere Straßeninfrastruktur sowie weitere Flexibilitäten, so Mattes. „Die Bundesregierung ist hier auf einem guten Weg.“

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter fordert in einem Thesenpapier zur Verkehrspolitik, dass „ab 2030 nur noch abgasfreie Autos neu zugelassen werden“ dürften: „Der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor muss gesetzlich festgelegt werden.“ Für das Erreichen der Klimaziele und den nötigen Umbau der Branche brauche es verkehrspolitisch einen „großen Wurf“.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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