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Deutschland / Welt Bayern und Niedersachsen im Brotzeitmesser-Streit
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Bayern und Niedersachsen im Brotzeitmesser-Streit
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21:09 31.05.2019
Diese bayerischen Trachtler haben immerhin schon mal ein Gewehr. Das Messer müsste in der Lederhose stecken. Quelle: Angelika Warmuth/dpa
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Berlin

Die bayerische Staatsregierung sieht Lederhosenträger mit Brotzeitmessern durch Niedersachsen und Bremen gefährdet. Eine Verschärfung des Waffengesetzes, die die beiden Bundesländer anstreben, könne das bayerische Brauchtum angreifen.

„Von einer derartigen Regelung wären bereits Brotzeitmesser betroffen«, sagt der Leiter der Staatskanzlei Florian Herrmann (CSU) dem „Spiegel“. „Das ist ideologischer gesetzgeberischer Aktivismus, den ich entschieden ablehne.“ Minister Herrmann erklärt, dass sich schon nach geltendem Recht Messerverbotszonen einrichten ließen, es in ­Bayern dafür aber noch keinen Bedarf gegeben habe. Es drohe »ein Mehr an Bürokratie«, so Herrmann.

Wann ist ein Messer eine Waffe?

Die Nord-Bundesländer wollen verbieten, Messer mit einer feststehenden Klinge ab mehr als sechs Zentimetern mitzuführen. Bisher sind Klingen bis zwölf Zentimeter erlaubt. Ausnahmen für die Brauchtumspflege sollen bestehen bleiben.

Trotz der Klausel ist der Bayerische Trachtenverband besorgt. Die Trachtler litten bereits unter den verschärften Sicherheitsvorschriften auf Volksfesten, bei denen Waffen verboten sind. „Ein Trachtenmesser ist keine Waffe. Es hat Schmuckcharakter“, sagte Verbands-Geschäftsführer Andreas Oberprieler.

Niedersachsens Ministerpräsident Boris Pistorius (SPD) hatte in der Süddeutschen Zeitung gesagt: „Wo auch immer Messer mitgeführt werden, können sie auch schnell eingesetzt werden. Ich möchte, dass diese Gefahr reduziert wird.“

Die Thüringer CDU-Landtagsfraktion sprach sich für die Einrichtung von messerfreien Zonen aus.

Was das Waffengesetz sagt

Das Waffengesetz verbietet das Tragen von Waffen bei „öffentlichen Vergnügungen, Volksfesten, Sportveranstaltungen, Messen, Ausstellungen Märkten oder ähnlichen öffentlichen Veranstaltungen“.

Traditionelle Trachtenmesser haben oft einen Griff aus Hirschhorn. Die Klingen sind nach Expertenangaben meist um die zehn Zentimeter lang. Angeboten werden wegen der Volksfest-Sicherheitsbestimmungen auch Trachtenmessergriffe mit Flaschenöffner statt Klinge. Aus der Tasche an der Tracht ragt in der Regel nur der Griff.

Der Innenausschuss des Bundesrats hat das Thema auf Anfang September vertagt.

Von RND/vat.

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