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Deutschland / Welt Waffenruhe im Jemen – wie die Uno versucht, einen Krieg zu beenden
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Waffenruhe im Jemen – wie die Uno versucht, einen Krieg zu beenden
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13:19 18.12.2018
Kinder holen in einem Flüchtlingslager im Jemen Wasser. Die von der Uno ausgehandelte Waffenruhe für den Hafen Hudaida soll das Land nach vier Jahren Krieg zum Frieden führen. Quelle: Murad Abdo/dpa
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Sanaa

Im Jemen-Konflikt ist in der strategisch wichtigen Hafenstadt Hudaida eine von den Vereinten Nationen vermittelte Waffenruhe in Kraft getreten. Die Gefechte ließen in den Stunden nach deren Beginn um Mitternacht (Ortszeit) deutlich nach, nur vereinzelt waren Schüsse zu hören. Regierung und Rebellen hatten der Waffenruhe vergangene Woche bei Gesprächen in Schweden zugestimmt.

In der letzten Stunde vor Beginn des Waffenstillstands flammten am Montagabend noch einmal schwere Gefechte zwischen mit der Regierung verbündeten Truppen und den schiitischen Huthi-Rebellen im Süden und Osten der Hafenstadt am Roten Meer auf, wie Behördenvertreter sagten. Sie meldeten Artilleriebeschuss und Geschützfeuer.

Der Vereinbarung zufolge müssen beide Seiten ihre Truppen aus Hudaida abziehen und dürfen keine Verstärkung in die Stadt holen. Ein gemeinsames Komitee unter Führung von UN-Vertretern soll die Feuerpause und den Truppenabzug aus der aktuell von den Huthi-Rebellen kontrollierten Hafenstadt überwachen. Die Verwaltung der Stadt und ihrer drei Häfen sollen unter UN-Aufsicht örtliche Behörden und Polizei übernehmen.

Hudaida ist von großer strategischer Bedeutung, da über den Hafen der Stadt 70 Prozent der Importe des Landes abgewickelt werden. Ein Ende der Feindseligkeiten würde der Stadt einen befürchteten starken Anstieg ziviler Opfer ersparen: Zuletzt hatten die Huthi-Rebellen sich im Kampf als zäh erwiesen, obwohl die Militärkoalition hinter den Regierungstruppen wesentlich größer ist und auf Luftunterstützung zählen kann. Die Lage galt zuletzt als verfahren, nachdem beide Seiten sich wochenlang verlustreiche Straßenschlachten in dicht besiedelten Bezirken in den Randgebieten Hudaidas geliefert hatten.

Die Rolle Saudi-Arabiens im Jemen-Krieg

Der Jemen-Konflikt entzündete sich an der Einnahme der Hauptstadt Sanaa durch die vom Iran gestützten schiitischen Huthi-Rebellen 2014. Dabei wurde damals die international anerkannte Regierung verdrängt. Seit 2015 bekämpft eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition die Huthis. Von Riad geführte Luftangriffe haben Schulen, Krankenhäuser und Hochzeitsgesellschaften getroffen. Die Huthis haben Langstreckenraketen ins Landesinnere von Saudi-Arabien gefeuert und Schiffe im Roten Meer angegriffen.

Mehr als 10 000 Menschen sind nach UN-Angaben bislang in dem Krieg ums Leben gekommen. In der vergangenen Woche sprach die internationale Beobachtergruppe Armed Conflict Location & Event Data Project indes von mehr als 60 000 Toten seit 2016 - sowohl Kämpfer als auch Zivilisten. Allein in den ersten Monaten des laufenden Jahres hätten mehr als 28 000 Menschen ihr Leben gelassen - ein Anstieg von 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Von RND/AP

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