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Deutschland / Welt BUND: UN-Klimagipfel soll in Bonn stattfinden
Nachrichten Politik Deutschland / Welt BUND: UN-Klimagipfel soll in Bonn stattfinden
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17:13 30.10.2019
Chiles Präsident Sebastian Pinera will wegen der anhaltenden Unruhen im Land wohl kein Risiko eingehen. Quelle: imago images/Aton Chile/Ailen Diaz/Agencia Uno/dpa/Montage RND
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Santiago

Nach der Absage von Chile für die Ausrichtung der nächsten Weltklimakonferenz im Dezember hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Bundesregierung in die Pflicht genommen. "Jetzt muss die Bundesregierung einspringen und die Klimakonferenz am UN-Standort Bonn ausrichten", sagte die Klima-Expertin Ann-Kathrin Schneider einer Mitteilung zufolge. "Die Umsetzung des Pariser Abkommens muss trotz der Absage der Konferenz sichergestellt werden."

Chile sagte am Mittwoch überraschend die Ausrichtung der Konferenz und des Asien-Pazifik-Gipfels im November ab. Staatschef Sebastián Piñera begründete dies mit den anhaltenden Unruhen in seinem Land. Die Klimadiplomaten wollten sich von 2. bis 13. Dezember in der chilenischen Hauptstadt treffen.

„Angesichts der schwierigen Umstände, die unser Land in den letzten Wochen erlebt, hat unsere Regierung beschlossen, den APEC-Gipfel in November und die COP 25 in Dezember nicht zu veranstalten“, sagte Staatschef Sebastián Piñera vor der Presse im Regierungssitz Casa de la Moneda. Die Regierung müsse sich vorwiegend der Befriedung und der Ausarbeitung von Reformen widmen, die den Forderungen der Protestwelle gerecht würden.

Umsetzung des Klimaabkommens vorantreiben

Das Klimasekretariat der Vereinten Nationen hat seinen Sitz in Bonn. 2017 richtete die Stadt den Gipfel ersatzweise aus. Den Vorsitz hatte der kleine pazifische Inselstaat Fidschi, aber es wäre schwierig gewesen, dort so viele Menschen unterzubringen. Damals gab es für die Planung aber einen langen Vorlauf. Es wurde zunächst nicht damit gerechnet, dass noch am Mittwoch eine Entscheidung über einen Ersatz-Ort fallen würde. Vom Sekretariat in Bonn war zu erfahren, dass der Gipfel in jedem Fall stattfinden soll. Wo und wann, ist noch offen. Nach Alternativen - etwa an UN-Standorten wie Bonn, Genf, Wien und Bangkok - werde nun gesucht und mögliche Daten beraten.

Entwicklungsminister Gerd Müller nutzte die Absage, um für seinen Vorschlag zu werben, die Klimakonferenzen nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen. Die Absage sei bedauerlich, aber auch eine Gelegenheit, über das Format nachzudenken, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Es kann nicht zeitgemäß sein, dass jedes Jahr 20 000 Menschen für 14 Tage einmal um den halben Globus fliegen.» Sein Vorschlag: «Auf hochrangiger Ebene finden die Treffen nur noch alle zwei Jahre statt.» Dazwischen sollten die Experten regelmäßig in kleineren Formaten arbeiten.

Eine geplante Erhöhung der Nahverkehrspreise in Santiago de Chile hatte ursprünglich den Zündstoff für die seit gut zwei Wochen anhaltenden Proteste geliefert. Wenig später machten sich die Einwohner des südamerikanischen Landes grundsätzlichem Zorn über niedrige Löhne und Renten, immense Lebenshaltungskosten und ungleiche Wohlstandsverhältnisse Luft. Am Freitag waren 1,2 Millionen Menschen in Santiago de Chile auf die Straße gegangen.

Wiederholt kam es zu Gewalt und Vandalismus, Sicherheitskräfte gingen hart gegen Demonstranten vor. Es gab Tote, Verletzte und Tausende Festnahmen. Wegen der Unruhen hatte die Regierung über zehn Tage einen Ausnahmezustand mit Ausgangssperre verhängt, diesen aber am Montag aufgehoben.

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