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Deutschland / Welt Wulffs Sprecher Glaeseker steht vor einer Anklage
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Wulffs Sprecher Glaeseker steht vor einer Anklage
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00:15 06.03.2013
Von Klaus Wallbaum
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Hannover

Es verdichten sich Hinweise, dass Glaeseker und der Eventmanager Manfred Schmidt mit einer Anklage wegen Bestechung und Bestechlichkeit rechnen müssen. Bei Wulff, gegen den wegen des Verdachts der Vorteilsannahme ermittelt wird, ist der Ausgang des Verfahrens offen. Viel spricht dafür, dass die Justiz die Ermittlungen einstellt.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte am Sonntag: „Wir kommentieren solche Meldungen nicht.“ Die „Bild am Sonntag“ hatte geschrieben, sie habe „aus Justizkreisen“ von der bevorstehenden Anklage gegen Glaeseker und Schmidt erfahren. Glaeseker habe sich zu 18 Freiflügen und 17 kostenlosen Urlaubsaufenthalten in Schmidts Wohnhäusern in Spanien und Südfrankreich einladen lassen. Als Gegenleistung soll Glaeseker als niedersächsischer Regierungssprecher dabei geholfen haben, dass dreimal Promi-Veranstaltungen namens „Nord-Süd-Dialog“ ausgerichtet und von Sponsoren bezahlt wurden. Veranstalter war Schmidt, er soll bei diesen Treffen mehr als 800.000 Euro verdient haben.

Glaesekers Anwalt Guido Frings erklärte dazu der HAZ: „Mein Mandant hat sich kein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten vorzuwerfen.“ Glaeseker hatte wiederholt erklären lassen, dass zwischen ihm und Schmidt eine enge Freundschaft bestehe und beide sich gegenseitig oft eingeladen hätten. Ein Zusammenhang zu den „Nord-Süd-Dialogen“ bestehe also nicht. Soweit Einladungen auf einer wirklichen Freundschaft beruhen, wären sie strafrechtlich nicht als Bestechung zu bewerten. Die Sponsorenwerbung für die Prominententreffen räumt Glaeseker ein, betont aber, dies sei im Interesse des Landes geschehen – denn die Veranstaltungen sollten zu einem Erfolg werden.

Wulff wird vorgehalten, vom Filmmanager David Groenewold Geschenke angenommen zu haben, obwohl Groenewold von Wulff als Ministerpräsident unterstützt wurde – etwa über eine Landesbürgschaft. Es geht um einen Hotelaufenthalt in München und um Urlaubsreisen des Ehepaars Wulff nach Sylt. Wulff hatte erklärt, Groenewold das Geld für Sylt später bar erstattet zu haben. Groenewold erklärte inzwischen laut „Spiegel“, er habe für den Aufenthalt in München die Kosten übernommen, ohne Wulff darüber zu informieren. Es geht insgesamt um Rechnungen über rund 3000 Euro, die Groenewold für Wulff gezahlt haben soll.

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