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Deutschland / Welt Zahl der Ausfälle bei der Flugbereitschaft ist gestiegen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Zahl der Ausfälle bei der Flugbereitschaft ist gestiegen
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16:45 19.02.2019
Eine Regierungsmaschine auf dem Berliner Flughafen Tegel. Die Flugzeuge fliegen auch ab und zu mal nicht. Quelle: Britta Pedersen/dpa
Berlin

Die Zahl der ausgefallenen Regierungsflüge ist in den letzten zwei Jahren erheblich gestiegen. Von den 2493 Regierungsflügen der letzten fünf Jahre seien „28 Flüge wegen technischer Defekte abgebrochen worden“, heißt es in einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Ein Großteil der ausgefallenen Flüge lag dabei in den vergangenen zwei Jahren. Zwischen 2016 bis 2018 fielen demnach 21 der 28 Flüge aus. Die Ausfallquote lag sowohl im Fünf-Jahres- als auch im Zwei-Jahres-Zeitraum bei rund 1,1, Prozent.

Kanzlerflieger am Boden

Der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen, Tobias Lindner, forderte, die Instandhaltungsmaßnahmen auf den Prüfstand zu stellen. „Es ist auf jeden Fall nötig, sich das Wartungskonzept anzusehen“, sagte Lindner dem RND. „Sollte sich herausstellen, dass der häufige Ausfall der Kanzlermaschinen deren Überalterung zuzuschreiben ist, müsste man diese zeitnah ersetzen.“

Die Flugbereitschaft verfügt über zwei Maschinen des Airbus A340. Mit Platz für rund 130 Personen ist es das größte Passagierflugzeug, das die Regierung nutzen kann. Zudem kann die A340 die längsten Strecken der Regierungsflotte bewältigen. Geplant ist die Anschaffung eines weiteren Großfliegers des Typs A350.

Die Bundeskanzlerin nutzt die Maschine regelmäßig für ihre Auslandsreisen. Wegen technischer Probleme hatte sie im Dezember ihren Flug zum G20-Gipfel in Argentinien abbrechen und mit einem Linienflieger weiterfliegen müssen. Auch andere Kabinettsmitglieder sowie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatten bei Auslandsflügen Verzögerungen wegen technischer Probleme hinnehmen müssen.

Warum nicht mal per Linie fliegen?

Lindner forderte die Bundesregierung auf, bei Regierungsflügen vermehrt nach Alternativen zur Flugbereitschaft der Bundeswehr zu suchen. „Für planbare Reisen sollten vermehrt die Möglichkeiten von Charterflügen oder Linienflügen geprüft werden“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen, Tobias Lindner, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch).

Die Flugbereitschaft sei zwar nicht überflüssig, da die Regierung unter anderem in der Lage sein müsse, kurzfristige oder zeitlich wenig planbare Reisen anzutreten. Das Chartern eines Linienflugzeugs für eine größere Delegation oder vermehrte Linienflüge für kleinere Delegationen sollten aber geprüft werden. „Man muss das zumindest mal kalkulieren.“

340.960 Bäume als Ausgleich

Lindner kritisierte auch die Zahl der so genannten Leerflüge, bei denen es darum geht ein Flugzeug an einen anderen Ort zu fliegen. Bei der Flugbereitschaft hätten in den letzten Jahren im Schnitt 876 Bereitstellungsflüge ohne Passagiere stattgefunden. Diese Leerflüge haben nach Angaben des Verteidigungsministerium sin den letzten fünf Jahren im Schnitt rund 4000 Tonnen Kohlendioxid verursacht.

Lindner kritisierte: „Sie bräuchten etwa 340.960 Bäume, um diese jährliche Belastung zu kompensieren.“ Es sei ganz offenkundig problematisch, dass Wartung und Organisation der Flugzeuge in Köln statfinde, der eigentlich Flugbetrieb jedoch von Berlin aus.

Von Daniela Vates/RND

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