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Niedersachsen 800 000 registrierte Waffen im Land
Nachrichten Politik Niedersachsen 800 000 registrierte Waffen im Land
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19:10 27.11.2009
Von Karl Doeleke
Sichergestellte Waffen nach einer Razzia gegen die rechtsextremistische Szene im Juli 2009. Quelle: ddp (Archiv)
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Demnach gibt es mehr als 207 000 bekannte Waffenbesitzer im Land, überwiegend Jäger und Sportschützen. Die Zahl der illegalen Waffen bleibt im Dunkeln. Sie könne nicht ermittelt werden, erklärte das Innenministerium.

Das Ministerium hatte die Daten bei Städten, Gemeinden und Landkreisen angefordert, um mehrere Anfragen der Linksfraktion zum Waffenbesitz beantworten zu können. Als Konsequenz daraus fordert die Linksfraktion nun, das Waffenrecht noch einmal zu verschärfen. „Waffen und Munition haben in Privatbesitz nichts zu suchen“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Linken im Landtag, Pia Zimmermann.

Gewehre und Pistolen sollten nur noch in gesicherten Arsenalen von Organisationen und Vereinen aufbewahrt werden dürfen. „Man muss allerdings Ausnahmen für Jäger oder Polizeibeamte prüfen“, erklärte Zimmermann. Für eine weitere Anpassung des Waffenrechts sieht das Innenministerium hingegen keinen Grund, wie ein Sprecher erklärte. Die Vorschriften waren erst nach dem Amoklauf von Winnenden im März verschärft worden. Damals hatte ein Schüler mit einer nicht ausreichend gesicherten Waffe seines Vaters 15 Menschen und am Ende sich selbst getötet. Die Staatsanwaltschaft in Stuttgart hat am Freitag Anklage gegen den Vater wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffenrecht erhoben. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Als Konsequenz daraus können private Waffenbesitzer seit Juli darauf kontrolliert werden, ob Gewehre und Pistolen im vorgeschriebenen Safe weggeschlossen sind. Die Wahrscheinlichkeit allerdings, Besuch von der Waffenbehörde zu bekommen, dürfte angesichts Hunderttausender zu kontrollierender Haushalte tatsächlich eher gering sein. „Es ist gar nicht vorgesehen, dass es flächendeckende Kontrollen gibt“, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums.

In den einzelnen Kreisen, wo teilweise ein bis zwei Mitarbeiter für mehrere Tausend Haushalte zuständig sind, gibt man sich daher schon mit einem Foto oder einer Rechnung als Beweis für den Besitz eines Safes zufrieden. Darüber hinaus sorge allein schon die Drohung mit Kontrollen für mehr Sicherheit, heißt es aus dem Innenministerium.

Im Sommer waren knapp 10 000 Waffen freiwillig abgegeben worden – „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, kritisierte Zimmermann gestern. Ein Vergleich verbiete sich, antwortete das Innenministerium. Man dürfe 800 000 legale nicht mit 10 000 illegalen Waffen in Relation stellen.

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