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Niedersachsen Alkohol wird bei Jugendlichen immer unbeliebter
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00:25 11.05.2019
Ein Jugendlicher sitzt hinter Flaschen mit Alkohol. Jugendliche trinken in Deutschland allerdings immer weniger. Quelle: Jens Büttner/dpa
Hannover

Jugendliche in Deutschland trinken so wenig Alkohol wie noch nie. Unter den Zwölf- bis 17-Jährigen trinken 8,7 Prozent mindestens einmal pro Woche – ein neuer Tiefstand, wie eine Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigt. In dieser Altersgruppe hatten 2004 noch 21,2 Prozent regelmäßig zu Bier, Wein oder Schnaps gegriffen. Für die Studie, die alle zwei Jahre erstellt wird, wurden von April bis Juni 2018 rund 7000 Menschen vom Institut Forsa befragt.

Den ersten Rausch haben Jugendliche meist mit 16

Auch der Zeitpunkt, ab dem Alkohol eine Rolle spielt, hat sich seit 2004 verschoben – und zwar um ungefähr ein Jahr: Das erste Glas trinken Jugendliche heutzutage mit 15 statt mit 14, den ersten Rausch haben sie inzwischen mit 16 Jahren statt mit 15. Der Umfrage zufolge haben 38,1 Prozent der Jugendlichen noch nie Alkohol getrunken.

Unter jungen Erwachsenen nimmt exzessives Trinken allerdings wieder zu. Unter den 18- bis 25-Jährigen haben sich im vergangenen Jahr 37,8 Prozent bis in einen Rausch getrunken, wie aus der Studie hervorgeht. Das waren 5 Prozentpunkte mehr als zwei Jahre zuvor und der erste Anstieg seit Längerem. Ausgehend vom Jahr 2004 mit 43,6 Prozent sei aber auch hier eine rückläufige Entwicklung zu beobachten, hieß es. Auffällig seien jedoch Anstiege bei jungen Frauen.

Drogenbeauftragte sieht keinen Grund zur Entwarnung

Zunächst sei es „eine gute Nachricht“, dass regelmäßiger Alkoholkonsum bei Jugendlichen immer seltener werde, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler. Sie sieht allerdings keinen Grund zur Entwarnung. „Wir müssen sehr wachsam bleiben“, sagte die CSU-Politikerin.

„Es ist sehr erfreulich, dass der Alkoholkonsum bei jungen Menschen auf einem historischen Tiefstand ist“, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) der HAZ. Gerade in dieser Altersgruppe sei die Gefahr von Alkoholmissbrauch infolge von Gruppenzwang erhöht. „Deshalb begrüße ich es sehr, dass immer mehr junge Menschen weniger Alkohol trinken und einen bewussten Umgang an den Tag legen.“ So kämen in Niedersachsen auch immer weniger Kinder und Jugendliche wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Mit 2055 Betroffenen waren es 2017 so wenige wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Jugendschutz wird mit Testkäufen besser kontrolliert

Reimann wertete die Zahlen als erstes Ergebnis der Präventionsanstrengungen der vergangenen Jahre. Als Grund für den Rückgang gilt unter anderem, dass Kommunen versuchen, den Jugendschutz zum Beispiel mit Testkäufen besser zu kontrollieren – und auch stärker dafür sorgen, dass Volksfeste nicht zu Massenbesäufnissen werden.

Mortler betonte, dass Aufklärung und Vorbeugung wichtig seien. Sie regte an, dass die öffentlich-rechtlichen Sender freiwillig auf Alkoholwerbung verzichten sollten. Sinnvoll seien auch Warnhinweise auf Plakaten wie in Frankreich, auf denen es heißt: „Der Missbrauch von Alkohol ist gefährlich für die Gesundheit. Konsumieren Sie in Maßen.“

13 Liter Alkohol pro Kopf

Weltweit wird immer mehr Alkohol gtrunken. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie im Fachblatt „The Lancet“. Eine Auswertung von Daten aus 189 Ländern ergab, dass der Alkoholkonsum der Weltbevölkerung von 1990 bis 2017 um 70 Prozent gestiegen ist. Ursache waren der Bevölkerungszuwachs und der stärkere Konsum pro Kopf. In Deutschland ist der Verbrauch demnach langfristig gesunken: 1990 wurden hierzulande pro Kopf 16,32 Liter reinen Alkohols getrunken. 2010 waren es 12,95 Liter, 2017 lag der Verbrauch bei 13,05 Litern.

Von Marco Seng und Sascha Meyer

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