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Niedersachsen So will Niedersachsen den Lehrern die Arbeit erleichtern
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19:05 30.01.2019
Mehr Zeit für die Schüler, weniger Last mit Bürokratie – das erhofft sich die Lehrergewerkschaft GEW von den Plänen von Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will nach den Zeugnisferien ein Maßnahmenpaket zur Entlastung der Lehrer von bürokratischen Aufgaben beraten. So sollen etwa Vergleichsarbeiten in den dritten und achten Klassen entfallen, da sie keine Klassenarbeiten ersetzten und nicht in die Notengebung einflössen. Ein Runder Tisch mit den Lehrerverbänden sei für März geplant, kündigte der Minister am Mittwoch in Hannover an. „Die von mir vorgeschlagenen Streich-Maßnahmen ersetzen noch keine Debatte darüber, welche sonstigen Dinge zur Entlastung der Lehrer und Lehrerinnen noch nötig sind“, betonte der SPD-Politiker.

Das sind die Vorschläge:

  • Nur noch freiwillige, anlassbezogene Schulinspektionen
  • Aussetzen von Vergleichsarbeiten
  • Möglichkeit von Korrekturtagen bei kurzen Fristen im Abitur
  • Dokumentation der individuellen Lernentwicklung der Schüler nur noch bei bestimmten Anlässen
  • Reduzierung der Anzahl der Fachkonferenzen
  • Erleichterungen bei der Archivierung von Klassenarbeiten
  • Verschlankung der Dokumentation beim Übergang von der Grundschule an eine weiterführende Schule

„Die Richtung, die der Kultusminister hier einschlägt, stimmt“, findet der Vorsitzende des Philologenverbandes, Horst Audritz. Anders sieht es die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). „Der Minister versucht hier, offene Knochenbrüche mit einem Pflaster zu verarzten“, sagte Niedersachsens Landeschefin, Laura Pooth. Auch wenn sie einige der vorgeschlagenen Punkte wie das Aussetzen der Vergleichsarbeiten positiv siehe, rügte sie: „Die vorgeschlagenen Einzelmaßnahmen bringen Lehrkräften jährlich Zeitersparnisse im Minutenbereich, was keineswegs ausreicht.“ Tonne selbst konnte auf Nachfrage nicht sagen, wie viel Zeit die Pädagogen durch die Streichung dieser Aufgaben gewinnen würden.

1137 neue Lehrer im neuen Schulhalbjahr

Zum Start des zweiten Schulhalbjahres am 1. Februar wurden nach jüngstem Stand 1137 von 1250 ausgeschriebenen neuen Lehrerstellen besetzt, davon 99 Stellen oder 8,7 Prozent mit Quereinsteigern – wesentlich weniger Quereinsteiger als noch vor einem Jahr, als knapp dreizehn Prozent ohne die klassische Lehrerausbildung an die Schulen kamen. Die Unterrichtsversorgung erreiche nun landesweit im Schnitt 99,4 Prozent - 0,7 Prozentpunkte mehr als im Schuljahr 2017/18. Am schlechtesten ist die Unterrichtsversorgung mit 93 Prozent im Landkreis Holzminden, am Besten mit 103 Prozent in der Stadt Oldenburg. In Hannover liegt sie bei 99,2 Prozent in der Stadt und 99,8 Prozent in der Region. Vor allem auf dem Land fehlen Lehrer.

„Die Durchschnittswerte zur Unterrichtsversorgung sagen nichts über die Situation vor Ort aus“, sagte Pooth und nannte vor allem die Unterschiede zwischen Stadt und Land sowie zwischen den Schulformen besorgniserregend. Die Landtagsfraktionen von SPD- und CDU sprachen dagegen von einer erfreulichen, moderaten Verbesserung, die aber noch keinen Anlass zum Optimismus darstelle.

Nur geschönte Zahlen?

Die oppositionelle FDP dagegen nannte die Unterrichtsversorgung „lediglich statistisch geschönt“. „Ohne die Verlagerung der vorschulischen Sprachförderung und den Rückgang der Schülerzahlen wäre der Wert erneut gesunken“, sagte der FDP-Abgeordnete Björn Försterling. Weiterhin müssen Lehrer von höheren Schulen an andere Schulen abgeordnet werden, um den Unterrichtsausfall auszugleichen. Von den Abordnungen werden 540 mehr Lehrer betroffen sein als im 1. Schulhalbjahr 2018/19. Insgesamt steigt die Stundenzahl von Lehrern, die an anderen Schulen aushelfen, auf rund 22.000 an. Dennoch habe sie gegenüber dem Vergleichszeitraum vor einem Jahr um 2450 Stunden reduziert werden können, erklärte der Kultusminister.

Von Michael B. Berger

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