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Niedersachsen Jeder zehnte Erwerbslose ist ein Asylbewerber
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00:17 30.12.2017
Auch mit Hilfen von Jobbörsen (hier eine Mecklenburg-Vorpommern) versuchen die Jobcenter Flüchtlinge in eine Ausbildung zu vermitteln –ein durchaus harter Job. Quelle: dpa
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Hannover

Knapp jeder zehnte Arbeitslose in Niedersachsen ist ein Flüchtling oder Asylbewerber. Das geht aus jüngsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. So hat die durchschnittliche Zahl aller Arbeitslosen in Niedersachsen zwischen dem Dezember 2016 und dem November dieses Jahres 245.361 Menschen betragen, davon kamen 21.494 Menschen aus Asylherkunftsländern. Während die Gesamtzahl aller Arbeitslosen im Jahresvergleich leicht abnahm (2016 waren es noch 252.693) stieg die Zahl der arbeitslosen Asylsuchenden – 2016 waren es noch 15.502 Menschen.

Immerhin haben in diesem Jahr 6563 Flüchtlinge eine Beschäftigung aufgenommen, berichtet Sonja Kazma von der Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage. Im Vorjahr seien es noch 3733 Menschen gewesen. 581 Asylbewerber hätten eine betriebliche Ausbildung aufgenommen – ein Umstand, den die Mitarbeiter der Jobcenter freut, weil die Vermittlung von Ausbildungsplätzen an Migranten nach Kazmas Worten „ein wirklich dickes Brett“ sei, weil der Wert der deutschen betrieblichen Ausbildung bei vielen Flüchtlingen oft gar nicht erkannt werde. „Es bedarf ziemlicher Anstrengung, die Leute in eine Ausbildung zu bringen, weil viele ihren Familien in den Heimatländern Geld schicken und viele Migranten deshalb lieber schnell einen Job haben wollen.“ Zudem scheuten sie wegen oft unklarer Zukunftsaussichten vor einer mehrjährigen Ausbildung zurück.

Die Arbeitslosigkeit unter Flüchtlingen ist auch deshalb im Gegensatz zur allgemeinen Entwicklung gestiegen, weil sich vermehrt Flüchtlinge nach Abschluss ihrer Asylverfahren bei den Jobcentern arbeitslos gemeldet haben. Da viele der Flüchtlinge nur über ein lückenhaftes Deutsch verfügten, könnten sie nicht sofort eine Arbeit aufnehmen. Auch fehlten in den überwiegenden Fällen berufliche Qualifikationen. „Es hat sich gezeigt, dass die Qualifikationen, die viele Menschen mitbringen, nicht so gut sind, wie man noch vor zwei Jahren dachte“, sagt die Sprecherin der Regionaldirektion. So blieben oft nur Jobs im sogenannten Helferbereich, die von den Arbeitsgebern aber nicht besonders stark angeboten würden, während im Facharbeiterbereich ein echter Mangel herrsche. Deshalb förderten die Jobcenter und Arbeitsagenturen Flüchtlinge besonders intensiv, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. So seien zwischen Januar bis Ende August zwischen 7000 und 9000 Personen monatlich mit besonderen arbeitspolitischen Maßnahmen gefördert worden, etwa mit Eingliederungszuschüsse an Arbeitgeber.

Von Michael B. Berger

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