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Niedersachsen Zustimmung und Spott für Toepffers Vorstoß
Nachrichten Politik Niedersachsen Zustimmung und Spott für Toepffers Vorstoß
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19:44 29.07.2019
Vom Borkenkäfer zerstörte Fichten stehen und liegen im Nationalpark Harz nahe dem Torfhausmoor. Sollte man das Totholz herausholen und den Nationalpark aufforsten? CDU-Politiker Dirk Toepffer hat das vorgeschlagen. Quelle: Swen Pförtner/dpa
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Hannover

Der Vorstoß des CDU-Landtagsfraktionsvorsitzenden Dirk Toepffer, angesichts des Klimawandels eine „zügige“ Umforstung in Angriff zu nehmen, ist auf ein geteiltes Echo gestoßen. Während bei der SPD, dem Koalitionspartner der CDU im Landtag, Zustimmung zu vernehmen war, spotteten FDP und die Grünen über die Klimagedanken des CDU-Politikers.

Auch Lies preist Aufforstungen

Toepffer hatte im Gespräch mit dieser Zeitung gesagt, die Politik müsse stärker über den Abbau des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 nachdenken als etwa über Fahrverbote. Wer im Harz die beschädigten Bäume sehe, „muss sich die Frage stellen, ob wir nicht zügig Geld in die Hand nehmen müssen, um die beschädigten Wälder aufzuforsten“. Auch Umweltminister Olaf Lies hatte in der „Braunschweiger Zeitung“ geäußert, man dürfe nicht nur auf den CO2 -Ausstoß schauen, sondern es gehe um eine Gesamtbilanz: „Dafür müssen wir Wälder aufforsten, und zwar weltweit.“

Der SPD-Politiker Karl Heinz Hausmann meinte, angesichts der sichtbaren Trocken- und Käferschäden müsse man „sicherlich Hand anlegen“, wenn der Harz wieder grün werden solle. „Aber das muss man mit den Fachleuten sorgfältig besprechen und nicht übereilt handeln.“ Hektischer Aktionismus „in Form von Umforstungsforderungen“ verbiete sich schon durch die Vorgaben des Naturschutzes, sagte Stefan Wirtz, Umwelt-Sprecher der AfD. Grundsätzlich trage aber seine Partei Umforstungen und Wiedervernässungen von Mooren als sinnvolle Maßnahmen mit, erklärte Wirtz.

Und die Moore?

„Es ist spannend, dass Dirk Toepffer mal locker das Konzept des Nationalparks Harz infrage stellt“, spottete FDP-Landtagsfraktionschef Stefan Birkner. Sinnvoll wäre es indes, ein Emissionshandelsystem einzuführen, bei dem die Förster durch Aufforstung Geld verdienen könnten. In den Augen der Grünen-Landtagsfraktionschefin Anja Piel springt Toepffer viel zu kurz, da der Waldumbau längst stattfinde. Sie wies darauf hin, dass zurzeit mehr als 10 Prozent der Treibhausgasemissionen in Niedersachsen aus der Zerstörung kohlenstoffreicher Moorböden entstünden. „Hier wäre es sinnvoll, dass das Land in die Renaturierung investiert und damit Moore als CO2 -Senke weiterentwickelt.“

Lesen Sie das Interview mit Dirk Toepffer:

„Wir müssen zügig Geld in den Wald investieren“

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