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Niedersachsen Vom göttlichen Hintern
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20:51 27.09.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ
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Man findet ihn zuweilen als Postboten an alten Postgebäuden hängend – eine Darstellung, die keinesfalls seiner göttlichen Natur entspricht. Denn Hermes, der dank Flügelschuhen schneller als das Licht durchs Universum düste, war der Legende nach ein Sohn des Zeus. Als Schutzgott der Kaufleute, Reisenden und Diebe führte er in der Antike nicht nur die Seelen der Verstorbenen in die Unterwelt, sondern auch manchen hinter die Fichte. Aber das erscheint in Zeiten der Pleiten im Massentourismus als nichts Besonderes. Auf Hermes kommen wir nur, weil jetzt Ministerpräsident Stephan Weil eine so göttergleiche Skulptur im Regal stehen hat. Hannovers Händler haben dem Landesvater ihren Schutzgott als Hermes-Preis verehrt – und der hannoversche Kabarettist Matthias Brodowy freute sich, dass die Skulptur noch völlig frei von politischer Korrektheit geformt wurde. Also mit vollem Gemächt. Weshalb beim Foto der Preisübergabe Preisträger wie auch -geber den unkorrekten Hermes umdrehten, sodass er dem Publikum den Hintern zeigte. „Sieht aus wie Donald Trump“, scherzte Weil. Na ja.

Jetzt von einem göttlichen Hintern auf Trump und Greta Thunberg zu kommen, ist nicht ohne Risiko. Denn selten trifft das Profane auf das Heilige unverhüllt. Den amerikanischen Präsidenten möchten wir uns selbst als Blattgold-Statue ungern vorstellen. Selbst als Stele nicht. Auch nicht als Trump-Tower, der sogar nach der nicht unwahrscheinlichen Überflutung Manhattans noch aus dem Central Park herausragen dürfte, wenn die Polkappen abgetaut und der Meeresspiegel angestiegen ist. Der böse Blick, den Klein-Greta auf Groß-Schnauze warf, war jedenfalls verständlich. Weit besser als jene merkwürdige Wutrede, von der man mal wissen möchte, wer denn das Skript geschrieben hat. „Wie könnt Ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit Euren leeren Worten?“ Hohe Poesie mit Ingrimm vorgetragen – und die alten Frauen und Männer in der UN geißelten sich applaudierend selbst. „Wir werden Euch das nie vergeben“, sprach Jung-Greta noch. Als wäre sie selbst die letzte Instanz im Jüngsten Gericht.

Aber, die Frage muss erlaubt sein (wo wir uns doch gerade im Feld des Religiösen bewegen) was verbindet Donald Trump und Greta Thunberg? Viele werden schon diese Frage als Blasphemie verstehen, denn man könne doch keine Heilige mit dem Versucher selbst vergleichen. Stimmt. Aber die Tatsache, dass beide ihre „Wahrheiten“ mit einer Unbedingtheit vertreten, die keinen Widerspruch verträgt, verblüfft. Zumindestens denjenigen, der nicht viel von Messianismus in der Politik hält und eher dem Skeptizismus vertraut.

Womit wir bei Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer wären und der Frage, warum die beiden Damen unbedingt in zwei Fliegern zum selben Zeitpunkt in die Vereinigten Staaten düsen mussten. „Irrer Doppel-Flug“ titelte die „Bild“ . Und wir fragen uns, ob die Kanzlerin die „Karre“ wirklich aus dem Airbus warf oder ob lediglich ein „Bürofehler“ zum Doppelflug verführte. Ach Flügelschuhe müssten die beiden haben. Wie Hermes, der Götterbote, im Regal von Stephan Weil.

Von Michael B. Berger

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