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Niedersachsen Von Diktatoren und Prinzen
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00:19 04.03.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ
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Hui, das war aber knapp. Gut, dass kurz vor dem gedünsteten Schneefisch mit Sojasauce Donald Trump seinen Gipfel in Hanoi und den geliebten Diktatorfreund und „Raketenmann“ Kim Jong-un verlassen hat. Wäre aber auch eine zu grässliche Vorstellung gewesen, wenn Trump und Kim, diese Gralshüter des Schreckens, am Ende noch den Friedensnobelpreis bekommen hätten. Aber diese Gefahr scheint nun gebannt, auch wenn nichts mehr unmöglich scheint in diesen närrischen Zeiten.

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Als Trump oder Kim Jong-un kann man im Osnabrücker Straßenkarneval noch getrost umherirren, obwohl die Polizei vor dem traditionellen Ossensamstag schon vor verbotenen Kostümen gewarnt hat. „Wer als Adolf Hitler geht, macht sich strafbar“, hieß es. Obwohl in Deutschland etwas Hitler immer geht, sonst wären die Nazis ja hierzulande ausgestorben, was auch aus Artenschutzgründen begrüßenswert wäre. Doch die „es-war-doch-nicht-alles-schlecht“-Apologeten kostümieren sich heute geschickter und sind selten auf karnevalistischen Veranstaltungen zu beobachten.

Zu einer karnevalistischen Veranstaltung hat diese Woche im Landtag der AfD-Mann Christopher Emden eine Diskussion zum Thema „Framing“ gemacht. „Framing“ könnte man als Denkrahmen bezeichnen, als Assoziationsgemälde sozusagen. Für die Rechtskonservativen ist die ARD immer wieder ein Stein des Anstosses, da sie hier zu viele sogenannte Gutmenschen beim Rahmenbau vermuten. Die kamen auch in einer äußerst schwer verständlichen Rede Emdens vor, die nach einem „Neusprech“ George Orwells verfasst worden war. Der Neusprech war jedenfalls so unverständlich, dass selbst die Landtagsstenografen verzweifelten und nach dem Redemanuskript Emdens verlangten. Immerhin sprach Landtagspräsidentin Andretta eine Art Karnevalsverbot für den Landtag aus, was wir kurz vor Rosenmontag für einen echten Dienst am Menschen und des jeckenfreien Miteinanders erachten. Allaf, helau und tschüss auch..

Wo wir beim Karneval sind: Auf Schloss Marienburg entsteht gerade ein Märchenfilm. Nein, nein, nicht das Happy End im Drama vom verlorenen Sohn und „groben Undanks“ in der Welfenfamilie, wo Ernst-August-Senior mit königlichem Recht die Schurkenrolle beansprucht. Nein, es soll um eine Jahresuhr gehen und einen „frostigen Fürsten“, der der guten Königin ans Leder oder sonst wo dran will. Die Verfilmung der Politkomödie um die Schlosssanierung dürfte auch märchenhafte Züge haben. Für eine herausragende Nebenrolle hätten wir Wissenschaftsminister Björn Thümler im Auge. Als Junker Björn. Oder als Zauberer Petrosilius Zwackelmann, der das Schurkerl aus der Welfenfamilie verdonnert, bis ans Ende seiner Tage Kartoffeln zu schälen oder irgend etwas Nützliches zu tun. Denn wenn sie nicht gestorben sind.....

Von Michael B. Berger

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