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Niedersachsen Von herumdüsenden Politikern
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13:38 08.10.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ
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Sage keiner, unsere Streitkräfte seien nicht einsatzfähig. Im Ostharz sind sie gesehen worden, in Wernigerode und Harzgerode. Und um Wernigerode herum. Der Feind ist massiv vertreten und äußerst gefräßig. Daher gilt es jetzt, möglichst schnell Bäume aus dem Verkehr zu ziehen, breite Schneise anzulegen und umgefallene Fichten schnellstmöglich zu entrinden. Im Kampf gegen den Borkenkäfer darf die Bundeswehr keine Gnade zeigen, Gefangene werden nicht gemacht, das Räumkommando ist schon unterwegs. Im Westen des Harzes hat man das Hilfsangebot der Bundesregierung übrigens ausgeschlagen. Die Bekämpfung des Käfers erfordere „Sachkunde“, die die Soldaten nicht mitbrächten, hieß es kühl aus dem hannoverschen Agrarministerium.

Neue Sachkunde in Sachen Städteplanung scheint Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil erworben zu haben. So reiste er frei von Flugscham mit einer Delegation nach Singapur, in jenen Stadtstaat in Asien, der der europäischste aller asiatischen Staaten sein soll. In den sozialen Netzwerken sah man nicht nur hübsche Fotos vom Prime Minister auf Sight-Seeing-Tour, sondern hörte Sätze wie „Die unzähligen Wohnkomplexe mit standardisierten Wohnungen in unterschiedlichen Größen sind beeindruckend.“ Auch ein Einkaufszentrum, in dessen Mitte ein Wasserfall sprudelte, hat den MP böse beeindruckt, wie er in einem Video vor rauschendem Wasser mitteilte: „Hallo zusammen und Grüße aus Singapur vor meinem Abflug nach Jakarta.“ Eine Hafenrundfahrt hat er noch gemacht und für den JadeWeserPort geworben, der im Vergleich mit dem Hafengiganten Singapur ein Nichts mit ein paar Kränen ist. Ein Exportschlager wird der Port aus Wilhelmshaven wohl nicht werden, viel zu immobil. Aber toll, wie unser Ministerpräsident durch die Gegend düst und sich weiterbildet ...

Dafür hat Stephan Weil die Gelegenheit verpasst, diese Woche einen Baum zu pflanzen, wie es einige Kabinettskollegen getan haben. Spätestens seit dem legendären Spruch, der Martin Luther in den Mund gelegt wurde („auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen“), ersetzt das Pflanzen von Bäumen zweifellos die Sinnfrage. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (Motto: „Spaten statt Schreibtisch“) hat sich für eine Säulen-Hainbuche entschieden, die sie wild entschlossen mit dem Umweltkollegen Olaf Lies im Garten des Agrarministeriums eingrub. Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler pflanzte einen Amberbaum. Vermutlich nicht ohne Hintergedanken, weil dessen Harz in Amerika auch schon zur Kaugummiherstellung verwendet wurde und die Zweige des Amberbaumes als Wünschelruten dienen sollen. Vielleicht sieht man ja Thümler alsbald mit einer Wünschelrute im Wissenschaftsgewusel ...

Und zum Schluss der Woche die gute Nachricht: „Endlagersuche jetzt auch auf Youtube“, meldet das Bundesamt für Kerntechnische Entsorgungssicherheit. Ein Endlager für den Atommüll in den unendlichen Weiten des Internets – das wäre vielleicht die Lösung ....

Von Michael B. Berger

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