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Niedersachsen Bad Nenndorf wehrt sich gegen Nazis
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20:33 29.07.2013
Die Neonazis dürfen ihre diesjährige Kundgebung unmittelbar vor dem Wincklerbad (Foto) abhalten.
Die Neonazis dürfen ihre diesjährige Kundgebung unmittelbar vor dem Wincklerbad (Foto) abhalten. Quelle: Gabriel Poblete Young (Archiv)
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Bad Nenndorf

Der niedersächsiche Kurort rüstet sich für einen Aufmarsch von Neonazis am kommenden Sonnabend: Die Polizei rechnet damit, dass in Bad Nenndorf etwa 500 Rechtsextremisten in einem „Trauermarsch“ zum Wincklerbad ziehen werden. Der britische Geheimdienst hatte das Gebäude nach dem Krieg als Verhörzentrum genutzt, in dem Häftlinge auch misshandelt wurden. Seit 2006 organisieren Neonazis hier regelmäßig Kundgebungen, um NS-Verbrechen zu relativieren.

Am Montag errangen die Neonazis einen juristischen Teilerfolg: Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Hannover dürfen sie ihre diesjährige Kundgebung unmittelbar vor dem Wincklerbad abhalten. Anders als in den Vorjahren dürfen sie allerdings nicht über die repräsentative Bahnhofstraße dorthin ziehen. Außerdem darf ihre Veranstaltung dort erst um 16 Uhr beginnen. Bis 14 Uhr kann am selben Platz eine Gegenveranstaltung stattfinden.

Der Landkreis Schaumburg hatte verfügt, dass die Rechtsextremisten nur durch kleinere Straßen marschieren dürfen. Außerdem sollten sie sich nicht unmittelbar vor dem Wincklerbad versammeln dürfen. Dagegen hatten die Neonazis geklagt.

Veranstalter der Gegendemonstration nahmen das Urteil zwiespältig auf: „Wir haben zwar unser Hauptziel erreicht, die Bahnhofstraße zurückzugewinnen“, sagt Jürgen Uebel vom Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“, „es ist aber schade, dass wir unsere eigene Kundgebung dort  jetzt deutlich verkürzen müssen.“ Die Polizei rechnet mit bis zu 2000 Gegendemonstranten.

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