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Niedersachsen Briten wollen 21 Prozent ihrer Truppen bis 2015 abziehen
Nachrichten Politik Niedersachsen Briten wollen 21 Prozent ihrer Truppen bis 2015 abziehen
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13:56 10.11.2011
Die britische Armee will 21 Prozent ihrer 20.000 Soldaten bis 2015 abziehen - auch Celle ist betroffen. Quelle: dpa
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Hannover/London

Jetzt ist es raus: Das britische Militär will in einem ersten Schritt 21 Prozent seiner Soldaten bis 2015 aus Deutschland abziehen. Dies geht aus einem Brief des britischen Botschafters Simon McDonald an Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) hervor. Anfang 2013 wollen die Briten die Kaserne in Celle „an die deutschen Behörden zurückgeben“.

Nach Angaben der Royal Army leben derzeit rund 650 britische Soldaten mit ihren Familien in Celle. Ein Teil der Familienwohnungen in Celle werde allerdings weiterhin für das in Bergen-Hohne stationierte Personal benötigt. Das bislang dort stationierte 2nd Battalion des Royal Regiment of Fusiliers werde im Juli 2012 nach Zypern verlegt.

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Die Abzugspläne waren im Juni bekanntgeworden. Die Stadt Celle hat noch kein Konzept für die künftige Nutzung. Ein Planungshindernis sei, dass sich die Armeeflächen in Besitz des Bundes befänden, sagte Stadtsprecherin Myriam Meißner am Donnerstag. Unklar ist noch, inwieweit der ebenfalls in Niedersachsen gelegene Truppenübungsplatz Bergen auch nach dem Abzug weiter von den Briten genutzt wird. Er konkurriere mit Manöverorten in Frankreich und Kanada.

Während Niedersachsen mit Celle zunächst nur mit einer Standortschließung betroffen sein wird, trifft die erste Abzugswelle Nordrhein-Westfalen sehr viel stärker. Bis 2014 wollen die Briten dort den Standort Münster aufgeben und das 1. Medical Regiment bereits 2012 nach Bergen-Hohne verlegen.

„Außerdem haben wir vor, das 7. Regiment des Royal Logistic Corps aus Bielefeld und das 43. Close Support Squadron des Royal Logistic Corps aus Gütersloh zu verlegen“, heißt es weiter in dem zweiseitigen Schreiben. Neben McAllister habe McDonald auch Nordrhein-Westfalens Landeschefin Hannelore Kraft (SPD) „in einem ähnlich lautenden Schreiben“ über die Pläne informiert.

„Damit erhalten wir Platz in Bielefeld, wo wir unser von einem Zwei-Sterne-General geleitetes Verwaltungshauptquartier für Deutschland errichten möchten“, betonte McDonald. Dies gebe dem britischen Militär die Möglichkeit, bis März 2014 den Rheindahlen Military Complex oder die Joint Headquarters in Mönchengladbach zu schließen oder zurückzugeben. Zudem werde der Standort Niederkrüchten-Elmpt voraussichtlich 2016 geschlossen, ergänzte die Pressestelle der Royal Army laut Mitteilung.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister zeigte sich trotz der angekündigten Schließung von Celle zufrieden. „Natürlich ist die Entscheidung für Celle nicht einfach“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Landtag in Hannover. Positiv sei jedoch, dass die anderen Standorte in Bad Fallingbostel, Bergen-Hohne und Hameln in dieser ersten Abzugsstufe nicht betroffen seien. Aus der niedersächsischen Staatskanzlei hieß es zudem, dass jedes Jahr, welches die Briten länger in Deutschland stationiert blieben, ein Gewinn sei. Dies beziehe sich insbesondere auf die Standorte in den strukturschwachen Regionen.

Großbritanniens Premierminister David Cameron hatte im vergangenen Jahr angekündigt, bis 2020 seine rund 20 000 Soldaten komplett aus Deutschland abziehen zu wollen. Nach Angaben des britischen Fernsehsenders BBC erwartet das britische Verteidigungsministerium (MOD) dadurch eine jährliche Ersparnis von rund 250 Millionen Pfund (292 Millionen Euro). In Niedersachsen sind derzeit etwas mehr als 6000 britische Soldaten in den Kasernen in Celle, Bad Fallingbostel, Bergen und Hameln stationiert.

dpa