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Niedersachsen Der Turmbau zu Lüneburg
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07:41 13.08.2013
Von Klaus Wallbaum
Stein des Anstoßes: Das geplante Leuphana-Zentralgebäude in Lüneburg. Quelle: dpa
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Lüneburg

Rund um den Bau des neuen Zentralgebäudes der Leuphana-Universität Lüneburg braut sich neuer Konfliktstoff zusammen: Die Uni will zusätzliche Räume in dem Haus unterbringen, dessen Grundmauern schon stehen. Außerdem verzögert sich die Fertigstellung bis Mitte 2015 - und damit wird es knapp für die EU-Zuschüsse, die eigentlich bis Ende 2014 abgerufen sein sollen. Mit Mehrkosten für das Projekt, das bisher auf 57,7 Millionen Euro geschätzt worden war, wird gerechnet. Sie könnten deutlich höher ausfallen als die von der Uni genannten 7,5 Millionen Euro.

Am Montag haben Uni-Präsident Sascha Spoun und sein Vize Holm Keller im Wissenschaftsausschuss des Landtags Rede und Antwort gestanden. Dabei ging es zunächst um die Vorwürfe der EU-Antibetrugsbehörde „Olaf“, es habe bei der Planung des Zentralgebäudes grobe Verstöße gegeben. Der Stararchitekt Daniel Libeskind wurde berufen, ohne dass es vorher eine Ausschreibung gegeben hätte. Außerdem sind bestimmte Architekten bei Auftragsvergaben merkwürdig oft herangezogen worden. Die rot-grüne Mehrheit im Ausschuss verhinderte allerdings, dass in öffentlicher Sitzung darüber diskutiert wurde - die EU-Prüfbehörde habe ihren Bericht für strikt vertraulich erklärt und beharre auch darauf. Gegen Keller wird wegen des Verdachts auf Untreue ermittelt.

Ausführlich wurde im Ausschuss auch über den Fortgang des Baus diskutiert. Dabei betonten Sprecher aller Fraktionen jedoch, der Leuphana beistehen zu wollen. Sie richteten Ergebenheitsadressen an Spoun. Schon im Mai hatte die Uni mitgeteilt, es gebe Baukostensteigerungen, die auf 7,5 Millionen Euro geschätzt werden. Damals hatte sich Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) noch sehr distanziert geäußert und verlangt, dass die Leuphana als Stiftungs-Uni ein eigenes Konzept vorlegen müsse. Dieses ist bisher offenbar noch nicht fertig. In der gestrigen Ausschusssitzung erklärte die Ministerin zwar, die gestiegenen Kosten schlügen ungewöhnlich früh zu Buche, der Grund könne in der ambitionierten Planung von Libeskind liegen. Sie betonte aber, dass das Land den Libeskind-Bau „auf sichere finanzielle und baufachliche Füße stellen“ wolle. Von einem möglichen Rückzug des Landes aus der Finanzierung, wie noch im Mai, sprach Heinen-Kljajic nicht mehr.

Nach Informationen der HAZ steht das Konzept der Uni auf tönernen Füßen: Die Uni will jetzt eine Maschinenhalle in das Zentralgebäude integrieren, dafür müsste aber die Grundfläche ausgeweitet werden. Gelänge dies, dann könnte die Uni anschließend die Fläche der alten Halle verkaufen und Einnahmen erwirtschaften. Das Wissenschaftsministerium sieht die Uni-Zahlen aber kritisch und bremst, denn die geplante Änderung könnte bei der EU, die mit einem Zehn-Millionen-Euro-Zuschuss im Spiel ist, auf Missfallen stoßen. Das Zentralgebäude könnte damit seine Förderfähigkeit verlieren. Auch die von der Uni gewünschte Verschiebung der Fertigstellung von Oktober 2014 auf August 2015 ist nicht ohne Risiko: Die N-Bank muss das genehmigen, sich aber von der EU ein Einverständnis holen und die Gründe erfahren. Auch hier wird die Zeit knapp: Spätestens im Sommer 2016 muss die EU alles abgerechnet haben.

Bis Ende September will die Uni ein neues Finanzkonzept vorlegen, bis Mitte November sollen laut Wissenschaftsministerium Oberfinanzdirektion und Landesrechnungshof die neuen Zahlen überprüfen. Anschließend muss geklärt werden, wie viel Geld der Leuphana-Bau zusätzlich verschlingt - und ob allein das Land dafür aufzukommen hat.

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