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Niedersachsen Die Kirchenfusion ist noch nicht vom Tisch
Nachrichten Politik Niedersachsen Die Kirchenfusion ist noch nicht vom Tisch
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12:32 27.11.2009
Von Michael B. Berger
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Trotz der Absage der kleineren Kirchen hält Hannovers Bischöfin Margot Käßmann an der langfristigen Notwendigkeit eines Zusammenschlusses der fünf evangelischen Landeskirchen in Niedersachsen fest. „Wir steigen zwar aus der Konföderation aus, weil sie derzeit nur einen Überbau bildet, aber wir schauen, ob nicht in einigen Jahren doch noch die Auffassung wächst, wir wollen eine gemeinsame Kirche“, sagte Käßmann am Rande der in Hannover tagenden Landessynode.

Die Synode, das Kirchenparlament, wird im kommenden Frühjahr definitiv entscheiden, ob Hannover die Konföderation mit den Kirchen Braunschweigs, Oldenburgs, Schaumburg-Lippe und den Reformierten aufkündigt, die Hannover im Jahr etwa vier Millionen Euro kostet. Hannover ist mit Abstand die größte Landeskirche in Niedersachsen – und wird schon deshalb von den kleineren Nachbarkirchen kritisch beäugt. Als Braunschweigs Landesbischof Friedrich Weber in diesem Frühjahr den Vorschlag machte, doch über eine gemeinsame Kirche für Niedersachsen nachzudenken, wurde er prompt von seiner eigenen Synode zurückgepfiffen. Auch die anderen Synoden lehnten die Bildung einer gemeinsamen Kirche ab, obwohl sich im Norden und im Osten Deutschlands unter dem Druck der Finanzen schon neue Kircheneinheiten gebildet haben.

„In der niedersächsischen Debatte sind viele Ängste hochgekommen. Wir brauchen jetzt eine Versachlichung der Diskussion. Es geht nicht um einen Anschluss der kleineren Kirchen“, sagte der Präsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Burkhard Guntau. Er erinnerte daran, dass die evangelischen Kirchen im Jahr 2030 nach den jetzigen Prognosen ein Drittel weniger Mitglieder haben werden und auf die Hälfte der heutigen Kirchensteuern geschrumpfte Einnahmen. Die hannoversche Kirche trägt heute etwa Dreiviertel der Kosten der Konföderation. Da sich diese nicht weiterentwickele, sei es sinnvoll, lediglich ein gemeinsames Büro zu betreiben, das etwa die kirchlichen Interessen gegenüber dem Staat vertritt, meinte Guntau gestern.

Inzwischen schlägt auch die Finanzkrise auf die Kirchen durch, die Steuereinnahmen blieben 2009 fünf Prozent unter den veranschlagten Zahlen, bilanzierte Finanzdezernent Friedrich Krämer. Wegen der Einmalzahlung von 78 Millionen Euro an die Norddeutsche Kirchliche Versorgungskasse hat der Etat der hannoverschen Landeskirche mit 90 Millionen Euro in diesem Jahr ein „desaströses Rekord-Defizit“, berichtete Krämer. Deshalb muss ein Nachtragshaushalt beschlossen werden. Für 2010 rechnen die Planer allerdings wieder mit einem ausgeglichenen Etat.

Innenminister Uwe Schünemann (CDU) ist verärgert über die Entscheidungen im Landkreis Lüchow-Dannenberg. „Unvorstellbar“ sei die Weigerung der Kommunalpolitiker im Kreistag, die Verwaltungskosten zu senken und beispielsweise eine Fusion mit dem Nachbarkreis Uelzen auch nur untersuchen zu lassen.

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