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Niedersachsen Drei Alternativen für die Asse vorgestellt
Nachrichten Politik Niedersachsen Drei Alternativen für die Asse vorgestellt
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18:59 02.10.2009
Von Margit Kautenburger
Quelle: Ralf Decker (Archiv)
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„Wir treten jetzt ein in die Phase der Bewertung“, sagte BfS-Präsident Wolfram König vor Journalisten in Hannover. Gesucht werde die „sicherste Möglichkeit des Verschlusses“ des vom Einsturz bedrohten früheren Salzbergwerks.

Das Bundesamt hatte im Frühjahr drei mögliche Alternativen für die Stilllegung genannt und dafür Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben. Infrage kommen die Bergung der radioaktiven Abfälle, die Verfüllung des Bergwerks mit Spezialbeton oder die Umlagerung des Mülls in einen tieferen Bereich des Bergwerks (Info: Zu jeder Möglichkeit gibt es ein Video am Ende dieses Artikels). Die Vor- und Nachteile dieser Varianten stellten die Gutachter am Freitag in Schöppenstedt vor. „Es ist keine Option dabei, die technisch nicht realisierbar wäre“, betonte BfS-Chef König. Das BfS will die Studien bis Ende des Jahres beurteilen und Anfang des kommenden Jahres seine Entscheidung bekanntgeben. Das letzte Wort habe aber die Politik, sagte König.

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In der Asse lagern rund 12.600 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll. Die Grube ist einsturzgefährdet, es dringt Salzlauge ein. Daher sei das „Zeitkorsett“ für die Schließung sehr eng, erklärte König.

Bei dem Konzept Rückholung der Abfälle müssten die Fässer ganz oder teilweise geborgen werden. Da bei der Bergung ferngesteuerte Werkzeuge eingesetzt würden, bliebe die Strahlenbelastung nach Angaben der Gutachter unter den zulässigen Grenzwerten. In nur 2,8 Jahren könnten 70 Prozent des schwach radioaktiven Mülls geborgen werden. Würden hingegen alle Abfälle aus der Grube herausgeholt, dauerte dies 14,6 Jahre. Der Nachteil der Rückholung: Das Abfallvolumen würde sich nahezu verdoppeln, da auch der Salzgrus, mit dem die Fässer zugedeckt wurden, geborgen werden müsste. Der Atommüll müsste in den Schacht Konrad in Salzgitter gebracht werden, der damit schon bis zu einem Drittel gefüllt wäre.

Die Variante Vollverfüllung hat den Vorteil, dass die radioaktiven Abfälle im Bergwerk bleiben könnten. Die Einlagerungskammern würden mit einem Mörtel verfüllt, der die Löslichkeit der radioaktiven Stoffe begrenzt. Die restlichen Grubenhohlräume würden mit einem Spezialbeton ausgegossen. Der Vorteil dieses Vorgehens: Die Strahlenbelastung wäre gering. Je weiter die Baumaßnahmen unter Tage fortschreiten, desto weniger gravierende Folgen hätte ein plötzlicher Wassereinbruch. Die Verfüllung würde nach Ansicht der Gutachter etwa acht Jahre dauern. Der Nachteil ist der schwierige Nachweis der Langzeitsicherheit.

Auch bei einer Umlagerung der Abfälle könnte der Atommüll im Bergwerk bleiben. Dazu müssten aber neue Schächte und Strecken aufgefahren werden. Der Nachteil besteht im großen Zeitbedarf: 15 bis 18 Jahre würden für die Umlagerung des gesamten Asse-Mülls gebraucht.

BfS-Präsident König hält eine Kombination der verschiedenen Varianten für denkbar. Die Kosten dürften bei der Auswahl der besten Option keine Rolle spielen.