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Niedersachsen Ein Urlaubstag extra für Nichtraucher
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22:32 23.02.2011
Von Michael B. Berger
Kurt Machens setzt auf Gesundheitsschutz – nicht zur Freude aller. Quelle: dpa

Die Kommunalaufsicht prüft mittlerweile, ob Machens diesen Sonderurlaub überhaupt gewähren durfte. „Wir haben die Stadt Hildesheim um Stellungnahme gebeten“, heißt es dazu aus dem niedersächsischen Innenministerium.

Seit Juli 2006 ist das Hildesheimer Rathaus rauchfreie Zone. Oberbürgermeister Kurt Machens, selbst Arzt, räumt der Gesundheitsprävention nach eigenen Worten viel Raum ein, etwa mit jährlichen Informations- und Aktionstagen. Als „zusätzlichen Motivationsschub“ für gesundheitsbewusstes Verhalten gewährte Machens für das Jahr 2010 den Nichtrauchern einen Tag Sonderurlaub. Er überließ es den Abteilungsleitern zu beurteilen, wer zu den Nichtrauchern zählt und wer nicht. „Mir geht es um Prävention, aber auch um Gerechtigkeit“, sagte Machens auf Anfrage dieser Zeitung. Schließlich kosteteten die vielen Pausen, die Raucher einlegten, auch Zeit – und damit die Kommunen viel Geld. Da sei er auf den Sonderurlaub gekommen, eine unbürokratische Regelung.

Machens schätzt, dass unter den 1300 Mitarbeitern der Hildesheimer Stadtverwaltung etwa 400 Raucher sind. Der Stadt entgingen durch den Sonderurlaub daher gut 900 Arbeitstage. Die Gegenrechnung, die der Oberbürgermeister für die rauchenden Mitarbeiter seiner Verwaltung aufmacht, fällt allerdings wesentlich höher aus. Rechne man nur eine halbe Stunde Raucherpause pro Tag für einen Beschäftigten, komme man bei 220 Arbeitstagen pro Jahr auf 5500 Freistellungstage für die Raucher.

In Zukunft wird Machens in Hildesheim aber diese Gegenrechnung nicht mehr aufmachen müssen, denn seit drei Wochen gilt eine neue Regelung. Bereits zum Februar dieses Jahres hat der Oberbürgermeister verfügt, dass Raucher, die zum Schmöken nach draußen gehen, ihre Pause ausstempeln müssen, wie es auch in Unternehmen in Hannover geschieht. Die Folgen dieser Maßnahme, sagt Machens, seien bereits jetzt spürbar – „das ist im Sinne des Gesundheitsschutzes wie auch der Kommunalfinanzen“. Warum sich der Steuerzahlerbund über seinen einmal gewährten Sonderurlaub aufrege, verstehe er nicht. Der Krankenstand in seiner Verwaltung sei niedriger als in der Region Hannover.

Andere Verwaltungen, sagt Machens, gingen großzügig mit Beriebsausflügen um. Die Wirkungen dieser Ausflüge sind in Machens Augen allerdings kaum messbar – und deshalb finden Betriebsausflüge im Hildesheimer Rathaus seit fünf Jahren auch nicht mehr statt.

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