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Niedersachsen Eine Wahl mit Signalwirkung
Nachrichten Politik Niedersachsen Eine Wahl mit Signalwirkung
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19:22 10.09.2011
Im Rathaus in Goslar könnte nach der Wahl erstmals ein CSU-Bürgermeister regieren. Quelle: dpa
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Hannover

Wenn die CDU etwa in Wolfsburg nach zehn Jahren den Oberbürgermeister-Titel an Klaus Mohrs (SPD) verliert, wäre das für die Partei schmerzlich. Erstens ist Wolfsburg eine florierende Stadt, zweitens wäre die unterlegene CDU-Bewerberin mit der früheren Ministerin Elisabeth Heister-Neumann prominent. Starke Symbolkraft hätte umgekehrt auch ein Erfolg des CDU-Kandidaten Martin Lutz bei der OB-Wahl im „roten“ Emden. Vor einem solchen Ergebnis bangt die SPD genauso wie vor einer Niederlage bei der OB-Wahl in Wilhelmshaven, hier liegen in Umfragen die Kandidaten von CDU und SPD dicht beieinander. Zuletzt stellte die CDU dort den Oberbürgermeister vor 25 Jahren.

Aus Sicht der CDU wäre ein Verlust des OB-Amtes in der Stadt Cuxhaven ärgerlich, denn der parteilose Bewerber wird von CDU, FDP und Grünen aufgestellt, seine Gegenkandidatin stützt sich nur auf die SPD. Signalwirkung könnte auch von der Oberbürgermeisterwahl in Goslar ausgehen, denn der gemeinsame Kandidat von SPD, Grünen und FDP ist ein früherer FDP-Landespolitiker, der ehemalige Umwelt-Staatssekretär Christian Eberl. Eberl war im Streit mit Umweltminister Hans-Heinrich Sander gegangen, sein Sieg in Goslar wäre eine Schmach für die Landes-FDP. Die CDU hat Oliver Junk aufgestellt, einen jungen CSU-Politiker aus Franken. Er spricht im Wahlkampf vor allem junge Wähler an und nutzt verstärkt neue Medien, während sich Eberl auf klassische Art mit dem Verteilen von Flugblättern bekannt zu machen versuchte.

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Auch in anderen Regionen wird es spannend: Im Kreis Osnabrück will die CDU den Posten des Landrats, den sie seit Kriegsende stellt, für sich gegen starke Widerstände verteidigen. Dies könne schiefgehen. Im Kreis Friesland, der Heimat von SPD-Landeschef Olaf Lies, bewirbt sich der frühere Agrarminister Karl-Heinz Funke erstmals für eine Wählergemeinschaft. Falls die SPD bei der Kreistagswahl viele Stimmen einbüßt, könnte dies Lies’ Ambitionen für eine Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2013 beeinflussen. In diesem Zusammenhang fällt auch der Blick zur Landeshauptstadt Hannover: Sollte die SPD dort kräftig zulegen, könnte dies jene Genossen anstacheln, die sich einen Aufstieg von Oberbürgermeister Stephan Weil zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl wünschen.

Bei den Wahlen zu Kreistagen und Räten der kreisfreien Städte hatte 2006 die CDU mit 41,3 Prozent klar vor der SPD (36,6), den Grünen (7,8) und den Freien Demokraten (6,7) gelegen.