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Niedersachsen Eltern kritisieren Noten fürs Betragen
Nachrichten Politik Niedersachsen Eltern kritisieren Noten fürs Betragen
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22:52 19.08.2013
Von Saskia Döhner
Kopfnoten gehören seit zwölf Jahren wieder zum Alltag an Niedersachsens Schulen. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Der Landeselternrat hat sich in einem Beschluss gegen die Beurteilungen im Zeugnis ausgesprochen. Der Vorwurf der Eltern: Die Kopfnoten würden mitunter willkürlich vergeben. Im Vergleich zwischen den Schulen könnten sie daher schnell ungerecht sein, sagte Sabine Hohagen, Vorsitzende des Landeselternrates der HAZ. So erhielten Schüler, die weder besonders positiv noch negativ auffallen, an einigen Schulen die Durchschnittsbewertung „entspricht den Erwartungen“. Andere Schulen dagegen würden in diesem Fall dagegen das bessere „entspricht den Erwartungen im vollen Umfang“ vergeben. „Wie sollen das Arbeitgeber wissen, wenn sie die Kopfnoten sehen?“, fragt die Vorsitzende des Landeselternrats. Solange es kein landesweit einheitliches, transparentes Verfahren für alle Schulen gebe, sollten die Kopfnoten lieber abgeschafft werden.

In Niedersachsen wird zusätzlich zu den fachlichen Leistungen der Schüler in den Zeugnissen auch noch Arbeits- und Sozialverhalten bewertet. Die Klassenlehrer ermitteln die Kopfnoten aus den jeweiligen Einschätzungen der Fachkollegen. Die Bewertung erstreckt sich über fünf Bereiche – von „verdient besondere Anerkennung“ bis zu „entspricht nicht den Erwartungen“. Eingeführt hatte die Kopfnoten seinerzeit die SPD-Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper gegen große Widerstände von Schülern und Lehrergewerkschaften. Damit würden die Schüler diszipliniert und zu Duckmäusertum erzogen, hieß es vonseiten der Kritiker damals. Heute stört Eltern nicht die Bewertung an sich, sondern vor allem das oft undurchsichtige Verfahren. Vielfach erschließe sich die Entstehung der Kopfnoten nicht, sagt die Elternratsvorsitzende Hohagen.

Der Landesschülerrat plädiert sogar für eine Ausweitung der Kopfnoten: Sie sollten künftig in jedem einzelnen Fach vergeben werden, fordert Keven Knipping, Vorsitzender des Landesschülerrates. „Eine Gesamtnote verwässert“, meint er. „Wenn sich jemand in Kunst besonders engagiert, in Physik aber kaum, kommt am Ende ein nichtssagender Durchschnittswert heraus.“ Gerade für Arbeitgeber, die etwas über die Neigungen und Stärken potenzieller Bewerber erfahren wollten, seien Einzelnoten hilfreich, meint Knipping.

Für das Kultusministerium in Hannover hat die Kritik der Eltern an den  Kopfnoten besonderes Gewicht. Sie soll einfließen in die Debatte über „neue Wege in der Leistungsbewertung“, wie eine Ministeriumssprecherin gestern sagte. Diskutiert wird hier auch die Abschaffung der Laufbahnempfehlung nach der Grundschule und der Wegfall des Sitzenbleibens.

Andernorts erleben die Kopfnoten gerade ein Comeback: In Mecklenburg-Vorpommern gehört die Bewertung des Sozial- und Arbeitsverhaltens seit Beginn dieses Schuljahrs wieder in jedes Zeugnis – und zwar mit echten Noten von Eins bis Sechs.

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