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Niedersachsen Wie teuer ist die Jagd auf den Rodewalder Problemwolf?
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18:08 01.08.2019
Der Wolf (hier ein Foto aus dem Gehege in Springe) sorgt immer noch für hitzige Diskussionen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hannover

Tierhalter aus Niedersachsen, deren Schafe oder Rinder Opfer von Wolfsattacken wurden, gehen möglicherweise leer aus und erhalten kein Geld für Schutzmaßnahmen. Das befürchtet der frühere Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne), nachdem er die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen gelesen hat.

Die wollten schlicht wissen, wie viel Geld in diesem Jahr für Schutzmaßnahmen vor Wölfen vorhanden ist. 2,84 Millionen Euro stünden für dieses Jahr für Wolfsmanagement und Herdenschutz zur Verfügung, antwortete die Landesregierung – viel zu wenig findet Meyer.

2,9 Millionen verbraucht

Denn schon jetzt liegen nach Auskunft der Landesregierung 484 Anträge für Präventionsmaßnahmen zum Herdenschutz vor. Bei der Bewilligung von 356 Anträgen wäre die zur Verfügung stehende Summe bereits verbraucht – die jeweils günstigsten Angebote für Zäune und andere Maßnahmen vorausgesetzt, rechnet das Ministerium vor. „Die übrigen Anträge kommen zu dieser Summe hinzu. Hierzu können aktuell keine Zahlen genannt werden“, schreibt das Ministerium.

Meyer folgert: „Das heißt: Viele Weidetierhalter, die Schutzvorrichtungen wie Zäune oder Herdenschutzhunde anschaffen wollen, gehen jetzt leer aus.“ Das sei „ein sehr schlechtes Zeichen des Landes“.

Meyer vermutet, dass ein Großteil des Geldes für die (immer noch erfolglose) Jagd auf den Rodewalder Problemwolf draufgeht. An ihr sind seit Ende Januar, als der Abschuss des eigentlich streng unter Naturschutz stehenden Tieres genehmigt wurde, mehrere Personen beteiligt. Doch die Hoffnung von Minister Olaf Lies (SPD), den Wolfsrüden schnell aufzuspüren und der Natur „zu entnehmen“ – wie es in der Politikersprache gerne heißt – ging nicht auf. Seit mehr als sechs Monaten geistert der Wolf durch Niedersachsens Flure, ohne erlegt zu werden.

Abschussgenehmigung nochmal verlängert

Anfang dieser Woche wurde die Abschussgenehmigung für den Wolf mit dem offiziellen Namen „GW717m“ nochmals um vier Wochen erneuert – bis zum 31. August dieses Jahres. „Die Gefahr weiterer Risse von geschützten Nutztieren und der Weitergabe problematischer Jagdtechniken besteht unverändert fort“, schrieb das Umweltministerium zur Begründung. Nach Aussage des Ministeriums wurde der Wolf am Mittwoch immerhin von einer Kamera aufgenommen. An welchem Ort, das sagte das Ministerium nicht.

Der Grüne Meyer ärgert sich über die aufwendige aber bisher erfolglose Jagd: „Es kann nicht sein, dass Weidetierhalter, die sich vor Wölfen schützen wollen, keine Hilfen des Landes mehr enthalten, weil Umweltminister Lies die Mittel und das Personal des Wolfsbüros schwerpunktmäßig mit der erfolglosen Jagd auf ein Einzeltier beschäftigt.“

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